Die Schlacht von Culloden (Teil 6)

Heute ist der 271. Jahrestag der Schlacht von Culloden (gälisch: Am Blàr Chùil Lodair), die am 16. April 1746 auf dem Culloden Moor (gälisch: Culloden Muir, auch bekannt als Drummossie Muir) zwischen den Anhängern der Jakobiten und den Soldaten der britischen Regierungstruppen geschlagen wurde.

Es war die letzte Schlacht, die in Großbritannien stattgefunden hat und wird bis heute noch in Schottland als nationale Katastrophe empfunden. Die für die Jakobiten verlorene Schlacht beendete jegliche Versuche des Hauses Stuart, den schottischen Thron zurückzuerobern. Auch war sie der Anfang vom Ende des jahrhundertealten schottischen Clansystems, der schottisch-gälischen Kultur und besiegelte die Eingliederung eines vormals selbstständigen Schottlands in ein englisch dominiertes Großbritanniens. Als nationales Trauma fand die Schlacht auch Einzug in die schottische Literatur und Dichtung, so zum Beispiel in Robert Burns’ Gedicht “The lovely lass of Inverness” oder in dem heute vielfach vertonten “Loch Lomond”. Der Text des schottischen Traditional “The Bonnie Banks of Loch Lomond” (dt.: “Die schönen Ufer des Loch Lomond”) soll angeblich auf einen Brief zurückgehen, den der jakobitische Soldat Donald McDonald of Clan Keppoch an seine Geliebte Moira geschrieben hat. Eine der zahlreichen Legenden, die sich um die Entstehung des Textes ranken, besagt, dass es sich bei den Männern um zwei Jakobiten handelte, die nach der Schlacht von Culloden gefangen genommen wurden. Einer wurde freigelassen und konnte auf der “High Road” (gemeint ist hier der den Weg über die Berge) nach Hause gehen, um seine Liebste an den Ufern des Loch Lomond zu treffen. Der andere wurde zum Tode verurteilt und konnte seine wahre Liebe nicht mehr wiedersehen, denn er musste die “Low Road” nehmen, den Weg der Toten in die Unterwelt. Die heutige bekannte Melodie zum Text wurde erstmals 1841 in Vocal Melodies of Scotland nachgewiesen, allerdings zunächst noch mit einer anderen Textfassung. Mittlerweile ist das Lied von vielen Musikern in ihr Repertoire aufgenommen worden, unter anderem auch von der schottischen Gruppe Runrig.

Die Jakobitenarmee bestand überwiegend aus schottischen Highlandern, aber nicht ausschließlich, wie oft irrtümlich angenommen. Zu den rund 37 schottischen Clans, die für BPC in der Schlacht kämpften, gesellten sich auch Schotten aus den Lowlands, Soldaten der in französischen Diensten stehenden Irischen Brigade, Männer der Royal-Écossais (ein von 1744 bis 1762/63 schottisches Regiment in französischen Diensten) und eine Handvoll englischer Jakobiten. Die rechte Flanke der Frontlinie bildeten die Soldaten des Atholl Regiments und die linke Flanke wurde vom Clan MacDonald gestellt. Männer verschiedener Clans, wie zum Beispiel aus dem Clan Cameron, Clan Stewart of Appin oder Clan MacKintosh, standen in der Mitte der Frontlinie.
Auch an die 300 Männer vom Clan Fraser of Lovat kämpften, wie auch schon in der Schlacht von Falkirk, in der Mitte der Frontlinie. Sie waren einer der Ersten, die den späteren Highland Charge anführten und ihre Verluste beliefen sich auf rund 250 Mann.
Die zweite Linie wurde von verschiedenen Regimentern zu Fuß und zu Pferd und von weiteren schottischen Clans gebildet. In der Mitte und an jeder Flanke war die Artillerie der Jakobiten platziert, eine bunte Mischung aus verschiedenen Geschützen, die oft von untrainierten Soldaten bedient wurden.
Angeführt wurde die Jakobitenarmee von Bonnie Prince Charlie (BPC). Er übernahm während der Schlacht das Kommando des Zentrums, Lord George Murray befehligte den rechten und Lord John Drummond den linken Flügel.

Die Regierungsarmee wurde vom Duke of Cumberland, dem dritten Sohn von Königs Georg II., befehligt und bestand hauptsächlich aus englischen Soldaten. Dazu gesellten sich deutsche Söldner, Hannoveraner sowie einige Regimenter regierungstreuer Schotten, denn rund 13 Clans kämpften auf der Seite der Briten. Cumberland stellte seine Armee in drei Linien auf, die jeweils vier Mann tief waren. Die Artillerie positionierte er in den Lücken zwischen den Regimentern, die Kavallerie an den Flügeln, damit sie den Jakobiten in die Flanken fallen konnten. Cumberland war wohl kein begnadeter Stratege, aber ein sehr guter Organisator, der nichts dem Zufall überließ.

Zum Zeitpunkt der Schlacht von Culloden verfügte die Jakobitearmee nicht über ihre volle Truppenstärke, denn einige Soldaten waren noch nicht von ihren militärischen Operationen in Lochaber und Sutherland zurück. Des Weiteren waren viele der Highlander nach Hause gegangen, als die Jakobiten für den Winter nach Schottland zurückgekehrt waren. Obwohl sich viele von ihnen, als sie vom Vormarsch der Regierungsarmee hörten, von zu Hause aus auf den Weg nach Inverness machten, erreichten jedoch die Meisten Inverness nicht mehr rechtzeitig.
Die Jakobiten waren somit mit ihren 5.000 Soldaten nicht nur zahlenmäßig der Regierungsarmee, die aus einer Stärke von ca. 9.000 Soldaten bestand, unterlegen, sondern auch in Bezug auf vorhandene Artillerie. Erschwerend kam noch hinzu, dass die Highlanderarmee schlechter ausgebildet und trainiert war, als die Soldaten der Regierungstruppen. Des Weiteren waren die Jakobiten durch Krankheit und vor allem Hunger geschwächt und durch den erfolglosen Nachtmarsch nach Nairn zusätzlich noch übermüdet, entkräftet und wohl auch demoralisiert. Auch das Wetter stand nicht auf der Seite der Jakobiten, denn ein eisiger Wind aus Nordosten blies während der Schlacht strömenden, mit Schnee versetzen Regen, in ihre Gesichter.

 

Frühmorgens um 05:00 Uhr an diesem schicksalhaften, windigen, kalten und regnerischen 16. April setzte sich die ausgeruhte und gut genährte britische Armee, von Nairn aus in Richtung Culloden, in Bewegung. Die Jakobiten wurden gegen 08:00 Uhr über den Vormarsch der Regierungsarmee informiert und um 10:30 Uhr befand sich die Highlanderarmee noch rund 1 Meile östlich von Culloden Moor.
Zwischen 11:00 und 12:00 Uhr konnten sie die Regierungsarmee in der Ferne sehen und bezogen Stellung auf dem Culloden Moor.
Gegen 12:30 Uhr eröffneten die Jakobiten das Feuer und versuchten, jedoch ohne großen Erfolg, die britischen Kanonen zu zerstören. Die Regierungstruppen erwiderten das Feuer und so begann die Schlacht. Der Wind trug den Rauch des Kanonenfeuers direkt in Richtung der Jakobiten und erschwerte ihnen die Sicht auf den Feind. Cumberlands Truppen eröffneten, unmittelbar nach der ersten jakobitischen Angriffswelle, mit ihrer weit überlegenen Artillerie ein zerstörendes Feuer auf die Linien der Jakobiten, die mit ihren schwächeren Geschützen das Feuer nicht effektiv erwidern konnten. Die britische Armee feuerte Salve um Salve, während die Soldaten der Jakobitenarmee einfach nur dastanden und zusehen mussten, wie ihre Kameraden um sie herum vom Artilleriefeuer der Briten getroffen wurden. Alles wartete auf den Angriffsbefehl von BPC, der aber nicht kommen wollte, denn dieser rechnete fest mit einem Angriff von Seiten des Duke of Cumberlands. Jedoch rührten sich die Regierungstruppen nicht vom Fleck und einige Clanführer forderten BPC wiederholt auf, endlich den Angriff zu befehlen. Schließlich wies BPC Lord Murray an, den Angriff auszuführen, aber der Angriffsbefehl kam eindeutig zu spät, denn viele tapfere Jakobiten waren schon unter dem andauernden Beschuss der Briten gefallen.

 

Der Sturmangriff der Highlander, in Form des sogenannt „Highland Charge“,  war unter ihren Feinden gefürchtet. Die Highlander rannten, ihren claneigenen Kriegsschrei brüllend, so schnell, wie sie in der Lage waren, auf die Gegner zu, so dass diese nur eine Salve abfeuern konnten. Wenn diese verschossen war, befanden sich die Highlander bereits mit ihren Schwertern mitten unter den Feinden und metzelten sie blutig nieder.
Damit alle heranstürmenden Highlander etwa zeitgleich die Frontlinie des Gegners erreichen und diese dann mit hohem Tempo durchbrechen konnten, brauchten sie bestenfalls abfallendes Gelände, aber definitiv festen Untergrund. Bedingungen,die auf dem flachen und schlammigen Moor auf dem Culloden Feld nicht gegeben waren und so bildete diese fatale Standortwahl einen weiteren Punkt auf BPCs Liste seiner ganz persönlichen und grandiosen Fehlleistungen. Der auf den Befehl folgende Angriff war demnach ineffektiv und desorganisiert, denn nur ein Teil der Highlanderarmee konnte sich an dem befohlenen Highland Charge beteiligen, weil viele von ihnen im schlammigen Boden nur schwer vorwärts kamen oder ganz stecken blieben. Auch sollten sich die Mitglieder des Clan MacDonald angeblich aus Zorn geweigert haben, an diesem Angriff teilzunehmen, da sie nicht wie üblich auf dem rechten Flügel kämpften, sondern auf dem linken Flügel postiert worden waren. Denkbar ist aber auch und wohl ist es auch wahrscheinlicher, dass die Mitglieder des Clan MacDonald, genau wie viele andere Jakobiten, nur schwer vorwärts kamen, da auf der linken Seite der Boden weitaus schlammiger war, als in der Mitte der Frontlinie oder am rechten Flügel. 
Die Hauptlast des Sturmangriffs fiel somit auf die Anhänger des Clan Frasers, Clan Stewarts of Appin, Clan Camerons und auf die Mitglieder des Atholl Regiments. Alle Soldaten der Regierungstruppen, die eine Waffe besaßen, feuerten zeitgleich auf die heranstürmenden Jakobiten. Der Wind kam von vorne und blies ihnen den Rauch und das Schießpulver direkt ins Gesicht.

Nach 15 Minuten, die seit dem ersten Kanonenschuss vergangen waren, standen sich die beiden Armeen schließlich Auge in Auge gegenüber und es kam zu einem harten Nahkampf, in dem, anders als bei den vorherigen Schlachten, die zahlenmäßigen weit überlegene Regierungsarmee die Stellung hielten. Bei den vorangegangenen Schlachten von Prestonpans und Falkirk konnten die Jakobiten mit ihrem Highland Charge die Briten in die Flucht schlagen, aber leider gelang ihnen das diesmal nicht. Die britischen Infanteristen waren im Vorfeld auf die Abwehr des gefürchteten Sturmangriffs gedrillt worden. Ihnen wurde durch wiederholtes Training beigebracht,  nicht wegzulaufen und nicht den ihnen gegenüberstehenden Mann, sondern den rechts davon mit dem Bajonett anzugreifen, um so die Deckung durch die Targe der Highlander zu umgehen.
Zwar durchbrachen das Atholl und Locheil Regiment die Frontlinie der Briten, aber 700 von ihnen wurden in nur drei Minuten abgeschlachtet.

Gegen 13:00 Uhr starteten die Jakobiten ihren Rückzug und BPC, der sich während der gesamten Schlacht ca. 100 Meter hinter der Frontlinie aufgehalten hatte, wurde vom Schlachtfeld eskortiert.
Ein Teil der britischen Kavallerie konnten den rechten Flügel der Jakobiten umgehen und erschwerte den fliehenden Männern der Highlanderarmee den Rückzug. Die Soldaten der Irischen Brigade und der Royal-Ecossais, die auf der Seite der Jakobiten kämpften, schafften es unter sehr schweren Verlusten, die Regierungstruppen lang genug aufzuhalten, damit ein Großteil der Jakobiten vom Schlachtfeld fliehen konnten. So retten die Soldaten beider Regimenter vielen Jakobiten das Leben, denn die britische Kavallerie richtete unter den jakobitischen Soldaten, die Culloden Moor nicht schnell genug verlassen konnten, ein Massaker an.
Der Duke of Cumberland erließ nach der Schlacht den Befehl, alle verwundeten und gefangenen Jakobiten zu exekutieren. Nur die Soldaten der Irischen Brigade und der Royals Ecossais waren von diesem Befehl ausgenommen und sie wurden als Kriegsgefangene behandelt. Cumberlands Soldaten töteten nach der Schlacht noch etwa 450 verwundete Jakobiten, weitere sollten in eine Scheune gebracht und bei lebendigem Leib verbrannt worden sein. Am Tag nach der Schlacht schickte Cumberland Patrouillen auf das Schlachtfeld, um etwaige weitere Überlebende zu töten. Zeitgenössischen Quellen zufolge starben hierbei noch einmal etwa 70 Jakobiten. Diese, auch für damalige Verhältnisse, äußerst brutale und barbarische Vorgehensweise rechtfertigte Cumberland damit, dass es sich bei den Jakobiten um Hochverräter an der britischen Krone handele und gegenüber Hochverrätern würden die üblichen Kriegsregeln nicht gelten. Cumberlands Verhalten brachte ihm den Beinamen „The Butcher“ (dt. „Der Schlächter“) ein.

Die hochrangigen Gefangenen wurden zwar von dem Tötungsbefehl verschont, aber man stellte sie wegen Hochverrats vor Gericht und alle Verurteilten wurden bis 1754 größtenteils hingerichtet oder als Zwangsarbeiter in die britischen Kolonien deportiert.
Der Duke of Cumberland wurde trotz seiner begangenen Gräueltaten zum britischen Nationalheld und Georg Friedrich Händel erhielt, anlässlich der Siegesfeier für die Schlacht von Culloden, den Auftrag zur Komposition des Oratoriums Judas Maccabaeus.

Nach Augenzeugenberichten dauerte die eigentliche Schlacht gerade einmal 25 Minuten und die Verluste der Besiegten waren enorm: etwa 1.250 Jakobiten waren im Kampf getötet worden und rund 1.000 wurden verletzt. Verglichen damit, waren die Verluste der Regierungsarmee, mit etwa 300 Gefallenen, sehr gering.

Lord George Murray unternahm, nach der Flucht von Culloden Moor, noch einen letzten, erfolglosen Versuch, die besiegte Jakobitenarmee in Ruthven neu zu formieren. Aber die rund 1.500 Jakobiten, die sich in Ruthven Barracks versammelten, erhielten von BPC eine Nachricht, in der er die Sache der Jakobiten als verloren bezeichnete und den Befehl „shift for himself as best he could“ erteilte, was bedeutet, dass ab sofort jeder Jakobit für sich selbst verantwortlich war. Ähnliche Order muss auch an die verbliebenen Highlander ergangen sein, die es bis Fort Augustus geschafft hatten.
Am 18. April 1746 wurde die jakobitische Armee aufgelöst und die Anhänger versteckten sich in Schottland oder versuchten, sich ins Ausland zu flüchten, da sie nach verlorener Schlacht, nicht nur Besiegte, sondern auch Hochverräter an der britischen Krone waren und ihnen, bei Ergreifung, die Hinrichtung eines Verräters erwartete.

Obwohl auf BPC ein enormes Kopfgeld von 30.000 Pfund ausgesetzt war (ein schottischer Lehrer verdiente um 1750 gerade einmal 10 Pfund pro Jahr), entkam er seinen Verfolgern aufgrund der vielfältigen Unterstützung durch die Bevölkerung. Dies beweist, wie hoch sein Ansehen unter den Schotten gewesen sein muss, denn es wäre für die oft sehr armen Menschen, die BPC schützten und versteckten, ein Leichtes gewesen, ihn für das Kopfgeld zu verraten. Seine Flucht quer durch Schottland dauerte fünf Monate, er konnte sich schließlich nach Frankreich absetzen und betrat bis zu seinem Tod nie wieder schottischen Boden.

 

Culloden Moor heute:

Wenn man heute auf den angelegten Wegen über das Culloden Moor geht, sucht man auf den ersten Blick das, was den Jakobiten damals, vor über 270 Jahren, zum Verhängnis wurde: das Moor. Über die letzten zwei Jahrhunderte wurde das ehemalige Moor von den ortsansässigen Bauern trockengelegt, um die Fläche besser als Ackerland nutzen zu können. Daher ist das Schlachtfeld wesentlich trockener und weniger schlammig, als es zu der Zeit der Schlacht gewesen ist. Der National Trust of Scotland ist bestrebt, den Boden und Pflanzenbewuchs wieder in den Ursprungszustand zu versetzen. Wenn man vom Visitor Centre weg in Richtung der ehemaligen Frontlinie der Jakobiten geht, kann man sehr gut sehen, dass die Bemühungen des National Trust Früchte tragen: es sind einige sehr sumpfige Stellen vorhanden und zu dem Zeitpunkt, als ich das Schlachtfeld besucht habe, hatte es schon seit ca. einer Woche nicht mehr geregnet und ich wäre schon knöcheltief im Morast versunken. Kaum vorstellbar, wie es den Jakobiten an diesem regnerischen Tag ergangen sein muss.

 

Das einzige Gebäude, mit Ausnahme des Culloden Visitor Centre, das noch auf dem Culloden Moor steht, ist das sogenannte “Old Leanach Cottage”. Das Cottage wurde im anfänglichen 18. Jahrhundert erbaut und ist der letzte stumme Zeitzeuge der Schlacht von Culloden. Während der Schlacht lag das Haus zwischen den Linien der Regierungstruppen und es kann sehr gut möglich sein, dass es als Feldlazarett genutzt wurde.

Ursprünglich wurde das Cottages in einer T-Form erbaut, aber in den späten 1860ern wurde das westliche Ende zerstört, so dass eine L-Form zurückblieb, die man auch heute noch sehen kann. Kurz danach wurde es aufgegeben und in Folge dessen zerfiel es. In den frühen 1880ern wurde Leanach Cottage, höchstwahrscheinlich durch Duncan Forbes, der Culloden Moor zu einem Denkmal formte, saniert und war noch bis 1912 bewohnt.

 

 

Duncan Forbes ließ im Jahre 1881, zum Andenken an die in der Schlacht von Culloden gefallenen Soldaten, einen ca. 6 Metern hohen Gedenkturm auf dem Culloden Feld, den Memorial Cairn”, errichten. Er steht etwa auf halben Weg zwischen der damaligen Frontlinie der Jakobiten und die der Regierungstruppen.

 

Auch ist Forbes für die Clan Gedenksteine, die sich noch heute auf dem Culloden Moor befinden, verantwortlich. Sie markieren die Massengräber, in die die Jakobiten nach der Schlacht begraben wurden und ersetzten wohl Holzkreuze, die vorher an den Gräbern aufgestellt waren. Ortsansässige Bauern hatten nach der Schlacht die gefallenen Jakobiten in den ausgehobenen Massengräbern beigesetzt und versucht, die Toten nach ihrer Clanzugehörigkeit zu sortieren. Zur damaligen Zeit gab es ja bekanntlich noch keine clan-spezifischen Tartans, aber die Gefallenen konnten gut anhand ihrer Clan Nadeln ihrem Clan zugeordnet werden.
Bis heute weiß man immer noch nicht genau, wo die Gefallenen von Cumberlands Armee begraben wurden, so dass der “English Stone” nicht das Massengrab kennzeichnet, sondern eher ein symbolisches Andenken darstellt.

 

Ein Stückchen neben den Clansteinen befindet sich der Gedenkstein “The Well of the Dead”, der die Stelle markiert, an der Alexander MacGillivray of Dunmaglass gestorben ist, während er die Männer des Clan Chattans in den Kampf führte. MacGillivrays Leiche wurde nach der Schlacht von einer orstansässigen Frau gefunden.

Laut Augenzeugenberichten war der Kampf an dieser Stelle so heftig, dass die Jakobiten über die Körper ihrer toten oder verwundeten Kameraden steigen mussten, um überhaupt an die britischen Truppen heranzukommen.

 

Für mich war der Besuch auf dem Culloden Moor ein sehr ergreifendes Erlebnis. Ein für mich langersehnter Wunsch ist in Erfüllung gegangen: einmal auf dem ehemaligen Schlachtfeld, dem Culloden Moor, zu stehen und einen Teil dieser historischen Ereignisse, die mich seit über 20 Jahren so interessieren, fesseln, faszinieren und bewegen, mit eigenen Augen sehen und erleben zu können. Und mit dem Lied „The Ghosts of Culloden“ im Kopf, an das ich unwillkürlich denken musste, als ich auf dem Culloden Moor stand und mich umguckte, war der Rundgang, vorbei an den Clan Gedenksteinen, noch ein bisschen bewegender.

The Ghosts of Culloden (von Isla Grant)
“Can you hear them, can you see them, marching proudly across the moor,
Hear the wind blow thru the drifting snow, tell me can you see them, the ghosts of Culloden?
(Kannst du sie hören, kannst du sie sehen? / Wie sie stolz durch das Moor marschieren?
Hörst du den Wind durch das Schneetreiben heulen? / Sag mir kannst du sie sehen, die Geister von Culloden?)


Many bravely fought and sadly they were slain, b
ut they died with such pride and dignity,
Their lives were not in vain, we still remember them,
They fought to save their land, and died for liberty.
(Viele kämpften tapfer und wurden ermordet, aber sie starben mit soviel Stolz und Ehre.
Ihre Leben waren nicht umsonst,wir erinnern uns immer an sie,
Sie kämpften um ihr Land zu beschützen und starben schließlich für die Freiheit.)


Thru the mist you’ll hear – a lonely piper play, listen carefully – you’ll hear – a mournful cry,
Swords and bayonets crash – as man to man they clash,
They came to fight to live – and now they die.
(Durch den Nebel hörst du einen einsamen Piper spielen, höre aufmerksam hin, du hörst einen klagenden Schrei…
Schwerter und Bajonette klirrten gegeneinander, als die Männer aufeinander trafen.
Sie kamen um für das Leben zu kämpfen, und nun sind sie tot.)

@ Yvonne Pirch 16.04.2017

 

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Weitere historische Informationen zum Jakobitenaufstand von 1745 – 1746 findest Du hier:
Wie es zum letzten Jakobitenaufstand 1745 kommen konnte: http://www.blog.outlander-community.de/2016/10/05/von-maria-stuart-ueber-die-glorious-revolution-bis-zum-act-of-union-oder-wie-es-zum-letzten-jakobitenaufstand-1745-kommen-konnte/
Teil 1: Von der Landung Charles Edward Stuart in Schottland bis zur Schlacht von Prestonpans http://wp.me/p7I1JG-9j
Teil 2: Die Schlacht von Prestonpans http://wp.me/p7I1JG-9q
T
eil 3: Von Prestonpans bis fast vor die Tore Londons http://wp.me/p7I1JG-au
Teil 4: Vom Rückzug nach Schottland bis zum Culloden Moohttp://wp.me/p7I1JG-av
Teil 5: Die Nacht vor der Schlacht von Culloden http://wp.me/p7I1JG-cb


Quellen:
http://www.scotsman.com/heritage/people-places/outlander-a-timeline-of-the-battle-of-culloden-1-4081652
https://en.wikipedia.org/wiki/Clan_Fraser_of_Lovat
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Loch_Lomond_(Lied)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Culloden
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Culloden
http://www.songtexte.com/songtext/isla-grant/the-ghosts-of-culloden-43f4c7e7.html
https://cullodenbattlefield.wordpress.com/2015/10/02/leanach-cottage/
https://www.thoughtco.com/forty-five-the-battle-of-culloden-4063149
http://www.britainexpress.com/attractions.htm?attraction=1104