Review Folge 203 Täuschungen und Rätsel (Useful Occupations and Deceptions)

14256673_1121424321270391_1355798881_n

Episode 203 
Täuschungen und Rätsel
(Useful Occupations and Deceptions)

Drehbuch: Anne Kenney
Regie: Metin Hüseyin

“Ich dachte, unsere Aufgabe in dieser gottverlassenen Stadt
wäre es diese Rebellion zu verhindern.”
(Jamie Fraser)

ACHTUNG: Der folgende Text enthält Spoiler. Nicht nur Spoiler zur Serie und der aktuellen Folge, sondern auch zu Diana Gabaldons Büchern, die bis zum heutigen Datum erschienen sind.

Der Episodentitel trifft den Inhalt auf den Punkt und kann die Story, die in 203 erzählt wird, nicht besser beschreiben. Diese Folge war interessant, fesselnd und mal wieder zu schnell vorbei.
Sie hat mich emotional nicht so umgehauen wie 201 und kommt, im Gegensatz zu der letzten Episode, weniger anspruchsvoll an Farben, Kleidern, Charakteren und Handlungssträngen rüber, aber diese Folge legt weitere Grundsteine für den Fortgang der Story.
Die Handlung in dieser Episode orientiert sich sehr nah am Buch, obwohl die einzelnen Szenen in Band 2 in anderer Reihenfolge passieren, aber das stört, meiner Meinung nach, nicht wirklich und die Handlung ist in sich schlüssig und stimmig. Die Unterhaltung zwischen Claire und Mary ist fast direkt eins zu eins aus dem Buch übernommen, genauso wie die Szene mit Mutter Hildegard und der Bach Komposition.
Das Einzige was mich gewundert hat, ist, dass Jamie, Claire und Murtagh so offen vor Jareds Angestellten über ihre Pläne reden. Auch wenn Claire in 202 gesagt hat, dass diese absolut vertrauenswürdig sind, ist Jared immer noch ein Jakobit, aber die drei integrieren gegen die Jakobiten. Von daher wundere ich mich, dass sie keine Angst haben, von den Angestellten verraten zu werden.

In dieser Folge habe ich in einigen Szenen meinen Buch Jamie gesehen, wie zum Beispiel in der Szene im Bordell, als Duverney Bonnie Prine Charlie (BPC) eventuell finanzielle Mittel für seinen Rebellion zusagt, in dem Gespräch mit Fergus und auch im Streit mit Claire.

Ach ja und Claire hat endlich einen Babybauch, den Jamie als stolzer, werdender Vater gleich in der Eröffnungsszene kurz streichelt. Wird auch endlich Zeit, denn Claire müsste mittlerweile mindestens in der 25. Schwangerschaftswoche sein.
Lasst uns mal nachrechnen: Claire sucht Jamie einen Monat, d.h., dass sie auf dem Schiff ca. in der 6. Woche sein muss, dann sind sie 3 Wochen in Le Havre = 9. Woche, dann, in Folge 202 leben sie schon 3 Monate in Paris = 21. Woche, dann noch mal 2 Wochen bis zu Versaille = 23. Woche und dann die Zeit, die in 203 vergangen ist. Ja, ca. 25. Schwangerschaftswoche passt!

Jamie nimmt in der Eröffnungsszene das erste Mal bewusst Bezug auf sein ungeborenes Kind und gibt sich als besorgter, werdender Vater, wenn er zu Claire sagt, sie soll nochmal ins Bett gehen, denn
„…du und das Kind ihr braucht den Schlaf.“ und dann noch einmal nach Claires ersten Besuch im Krankenhaus, wo er seine Bedenken äußerst, dass Claire sich und das Baby durch ihre Arbeit im Hospital gefährden könnte.

Anne Kenney, die Drehbuchautorin dieser Folge, hat, in meinen Augen, auch diesmal wieder, genauso wie in ihren Skripten zur Folge 107 und 112, bewiesen, dass sie die Buchcharaktere verstanden und verinnerlicht hat. Sie schafft es, mit der benötigten Sensibilität unsere geliebten Buchcharaktere in all ihren Facetten auf die Leinwand zu bringen.

Eine kurzes Statement zu den neuen Charakteren:
Fergus (Roman Berrux) ist ein kleiner, niedlicher Junge, der ganz schön gerissen für sein Alter daher kommt. In meiner Vorstellung war er irgendwie lausbubenhafter, schlacksiger und nicht so ein hübsches Kerlchen, irgendwie mit kantigem Gesicht und einer Hakennase. Trotzdem eine sehr gute Besetzung und ich bin schon auf weitere Szenen gespannt.

Mutter Hildegard (Frances de la Tour) ist toll besetzt und man kauft ihr die warmherzige, manchmal etwas ruppige, Nonne zu 100 Prozent ab, obwohl sie in meinen Vorstellungen immer etwas faltiger im Gesicht war.

Auch wenn der Comte St. Germain (Stanley Weber) bereits in 201 seinen ersten Auftritt hatte, möchte ich ihn hier noch einmal kurz erwähnen. Stanley Weber zeigt, wie schon in den letzten beiden Folgen, eine einzigartige Raumpräsenz und hinterlässt, obwohl er in der Szene mit Claire nur zwei Wörter spricht, einen bleibenden Eindruck.

Jamie und Claire:
Jamie verbringt in dieser Folge einen Großteil seiner Zeit mit Alkohol und Besuchen im Maison Elise. Er wirkt von seiner Außenwelt, insbesondere Claire, sehr isoliert. Selbst wenn Jamie in einem Raum voller Menschen ist, wirkt er alleine und oft auch verloren. Ich finde gerade diesen unterschwelligen Nuancen in Jamies Körpersprache werden von Sam phantastisch gespielt, in dem er seine Körpersprache gezielt und sehr feinsinnig einsetzt.

Jamie scheint in dieser Episode wieder ein Stückchen weiter auf seinem langen Weg der seelischen Heilung gegangen zu sein. Ab und an blitzt auch schon der alte Jamie durch, wie zum Beispiel in der Szene mit Fergus. Auch trägt er am Ende der Folge, im Hospital und danach in Jareds Haus, zum ersten Mal seit Wentworth wieder seinen Kilt, ein wichtiger Bestandteil seiner eigenen Identität, die er in Wentworth verloren hat und hoffentlich bald wieder findet.

Claire verbringt den Großteil ihrer Zeit in dieser Episode mit Treffen und Tee bei ihrer Freundin Louise. Sie ist sehr gelangweilt, unterfordert und alleine, da Jamie in der Regel erst spät nach Hause kommt. Sie versucht alles, um ihn zu unterstützen und ihn in seinem Vorhaben zu bestärken. Aber trotz allem hat es eher den Anschein, dass er sich immer mehr in sich zurück zieht und die Kluft zwischen ihnen immer größer wird.

Die Handlungsweisen von Jamie und Claire sind von starken Emotionen geprägt, die sie aber beide unter der Oberfläche halten und nicht aussprechen. Jamie sagt Claire nicht, dass er sich schlecht und unglücklich fühlt und Claire teilt ihm nichts von ihrer Langeweile und dem Gefühl, überflüssig zu sein, mit. Sie verfolgen zwar das gleiche Ziel, nämlich den Jakobitenaufstand zu verhindern, befinden sich aber auf zwei unterschiedlichen Ebenen, die zwar parallel laufen und sich ab und an mal berühren, aber nie zu einer Einheit werden. Das ist sehr gut in der Szene zu sehen, in der Jamie Claire seinen Plan, die Korrespondenz von BPC abzufangen, erklärt (näheres dazu in der Szenenbeschreibung „Bei den Frasers“).
Letztendlich brechen in dem Streit über Claires Besuch im L`Hospital des Agnes zwischen Jamie und Claire alle Dämme und jeder lässt den anderen spüren und vor allem hören, wie es um ihn bestellt ist. Manchmal ist ein Streit wie ein reinigendes Gewitter. Danach ist die Luft wieder frisch und klar und man kann einfach mal durchatmen und erneut durchstarten.
Beide nähern sich über die Entschlüsselung der Briefe an und arbeiten endlich zusammen und nicht nur miteinander. Am Ende der Folge ist für Jamie klar, dass er Claire ihre Arbeit im Hospital von Herzen gönnt und dass sie immer für ihn da ist, egal ob sie nun körperlich anwesend ist oder nicht. Jamie und Claire haben einen Teil der Kluft überwunden, die während der gesamten Folge zwischen ihnen herrschte und scheinen im Moment auf ein und derselben Seite der Schlucht zu stehen. Wir sehen in der letzten Szene, wie sie sich das erste Mal in der Folge küssen und umarmen.

Morgens bei den Frasers
Die Eröffnungsszene startet mit einem Einblick in das alltägliche Leben der Frasers.

Jamie ist des Öfteren die ganze Nacht mit BPC im Bordell unterwegs und Claire fristet ein gelangweiltes Hausfrauendasein, welches nur durch wiederkehrende Einladungen zum Tee unterbrochen wird. Beide sind nicht zufrieden.
Jamie ist es sichtlich leid, sich die Nächte mit dem Geschwafel von BPC um die Ohren zu schlagen und Claire ist der Teepartys überdrüssig. Claires Aussage, dass dies nicht IHRE Ladies sind, unterstreicht ihre Unzufriedenheit über ihre momentane Lebenssituation.
Ach ja und wir erfahren, dass Sawny verschwunden ist und das gesamte Haus auf den Kopf gestellt wird, um ihn zu finden.
Ich finde es toll, dass Jamie und Claire im Originalton von Sawny als „Er“ und nicht als „Es“ sprechen, „Sawny…he is gone.“ (Sawny, .. sie ist weg.“)was die Wichtigkeit, die diese kleine Holzschlange für Jamie darstellt, noch einmal unterstreicht. Schön, dass er sie nach Wentworth zurückbekommen hat.

Kleine Randnotiz:
Warum Anne Kenney entschieden hat, dass Jamie Claire seine Holzschlange Sawny beschreiben soll, ist und bleibt mir ein Rätsel. Ich denke, Claire wird sehr wohl wissen, wer Sawny ist und wie sie aussieht, zumal Claire es war, die Jamie Sawny in Lallybroch gegeben hat und auch in Jamies Box mit seinen Habseligkeiten aus Wentworth mitgenommen hat. Vielleicht sollten hier die Nicht Buchleser (NBL), die seit der letzten Staffel vergessen haben, wer Sawny ist und vor allem, wie wichtig diese kleine Holzschlange für Jamie ist, daran erinnert werden. Aber hätte es dann nicht mehr Sinn gemacht, dass Jamie Sawny einem Hausangestellten und nicht Claire beschreibt.

Claire bei Louise
Claire sitzt mit Mary und Louise am Tisch, spielt Karten und hat eine kleine nette Unterhaltung mit Mary über das, was Frenchmen und Scotsmen mit Frauen so machen oder auch nicht. Die Konversation finde ich sehr unterhaltsam, zumal Mary gar keine Ahnung hat, was in einem Ehebett so vorgeht.
Die Szene dient aber in erster Linie dazu, Claire an den Randall Stammbaum zu erinnern, den ich ihr gerne in 202, nach Marys Auftritt, unter die Nase gehalten hätte. Man kann in ihrem Gesicht sehr gut den Augenblick erkennen, als sie realisiert, dass es genau diese Mary Hawkins ist, die Black Jack Randall (BJR) 1746 heiraten muss, damit Frank überhaupt existieren kann und das BJR noch mindestens ein Jahr leben muss, damit Frank überhaupt geboren wird.
Ich finde es gut, dass sie die Handlung um BJRs Überleben und Franks Existenz kurz und knapp in dem Voice Over gelöst haben. Das Ganze ist nicht unnötig aufgeputscht oder dramatisiert. Wir können aber sehr gut an Claires Mimik in der Kutsche erkennen, wie stark sie das Problem BJR und Frank belastet.

Claire und Murtagh
Der Diener Magnus erklärt Claire, als sie nach Hause kommt, dass „Die Suche nach der kleinen hölzernen Schlange…“ bis jetzt erfolglos sei, aber weiter fortgesetzt wird.

Claire erwischt ihre Kammerzofe Suzette in flagranti mit Murtagh. Ich war ein wenig überrascht, dass Murtagh Sex hat, denn ich dachte immer, er steht über diesen Dingen. Aber es sei ihm von Herzen gegönnt. Ich liebe es, wie die Serie Murtagh eine größere Rolle zugestanden hat und, dass er auch ein eigenes Leben haben darf und nicht nur der Typ ist, der immer an Jamies Seite rumhängt.
Das Gespräch zwischen Claire und Murtagh finde ich sehr gut gelungen, toll geschrieben und großartig von Cait und Duncan umgesetzt. Es ist schön zu sehen, dass sich Claire und Murtagh, nach allem, was sie für und mit Jamie zusammen durchgemacht haben, sehr nahe stehen, einander vertrauen und gemeinsam nach einer Lösung für das Problem mit BJR suchen. Auch wenn ich es nicht gutheiße, dass sie das Überleben von BJR vor Jamie geheim halten, kann ich ihre Beweggründe sehr gut verstehen. Sowohl Claire als auch Murtagh wollen immer nur das Beste für Jamie, auch wenn das bedeutet, ihn anzulügen, um so sein Leben zu retten. Denn wie Murtagh anmerkt, nutzt es niemanden, wenn Jamie zurück nach Schottland rennt und am Ende dort am Galgen landet.
Schön anzusehen ist auch diese Fast-Umarmung von Claire und Murtagh, wie sie sich beide an den Unterarmen fassen, um sich noch mal in ihrem Vorhaben zu bestärken und die Bürde des Schweigens gemeinsam tragen. Murtagh sagt zu Claire:Du bewahrst ein Geheimnis um sein Leben zu schützen. Und wenn das den Jungen daran hindert, in blinder Wut loszustürmen, nur um letzten Endes seinem Schöpfer entgegenzutreten, dann bewahre ich dieses Geheimnis mit Dir.“ Es ist immer gut, einen Murtagh an seiner Seite zu haben.

Ich wette, dass Jamie total ausflippen wird, wenn er erfährt, dass sie ihm das mit BJR verheimlicht haben. Nach dem Vorfall mit Bonnet, im vierten Buch von Diana Gabaldon, haben Claire und er fast einen Monat nicht miteinander geredet.

Zum Ende der Szene spricht Claire Murtagh noch auf Verhütung an und seine Reaktion zeigt, dass er mal so gar keine Ahnung hat, wovon sie redet. Sein Blick, einfach göttlich!
Er denkt sich wohl auch ab und an, dass die Frau seines Patensohnes manchmal etwas strange daher kommt.

Kleine Randnotiz:
Diese Szene zwischen Claire und Murtagh erinnert mich an die wundervolle Szene in der Höhle in 114 und vor allem an den Teil, der leider dem Schnitt zum Opfer gefallen ist und nur auf der DVD als Bonusmaterial zu sehen ist. In dieser Sequenz verspricht Murtagh Claire, dass, falls sie Jamie nicht retten können, er sich immer um sie kümmern und sie beschützen wird.

Jamie und Duverney beim Schachspiel in Versailles
Das Set, das die Bibliothek von Versailles darstellt, ist absolut wundervoll.

Ron D. Moore, der „Showrunner“ von Outlander, hat in seinem Podcast zu dieser Episode gesagt, dass dieses Set eine Bibliothek in Prag ist und nicht vom Setdepartement gebaut wurde. Matt Roberts hat in einem seiner Q & A auf Twitter geschrieben, dass die gesamte Crew beim Dreh Slipper tragen musste, damit der Holzboden nicht beschädigt wird.
Auch die Außenaufnahmen von Versaille sind fantastisch und ich bin immer wieder erstaunt, was man mit visuellen Effekten zaubern kann.
(https://www.outlandercommunity.com/insideoutlander/video/episode203/video01.mp4)

Jamie und Duverney spielen zusammen Schach und Duverney verliert zum wiederholten Male. Jamie lässt in dieser Situation mal wieder seinen besonderen Jamie Charme spielen. Wir erfahren, dass der König keinen weiteren Krieg unterstützen möchte und dass Schottland, laut Jamies Aussage, auch keinen weiteren Aufstand, der aufgrund von fehlenden Mitteln zum Scheitern verurteilt ist, verkraften kann. Jamie und Duverney beschließen diese Neuigkeit BPC höchstpersönlich mitzuteilen.
Die Frage ist nur wo? Natürlich bei Maison Elise.

Claire bei Master Raymond
Claire besucht Master Raymond, um sich um das Seelenheil von Murtagh und Suzette zu kümmern und begegnet vor der Tür dem Comte, der gerade die Apotheke verlässt.

Der Blick, mit dem der Comte Claire betrachtet ist einfach…wow! Stanley Webers Darstellung ist die perfekte Kombination aus Macht, Arroganz, Gefahr und das Ganze kombiniert mit Ausstrahlung und Sexappeal unter dem Deckmantel einer gepuderten Perücke.

In der Apotheke erzählt Master Raymond Claire, dass er auch mal gerne „Gift“ in Form von „Bitterem Cascara“ an seine Kunden verkauft. Achtung NBL, das ist eine äußerst wichtige Information und wird garantiert in den nächsten Folgen noch einmal aufgegriffen.

Ich liebe es, wenn er sie „Madonna“ nennt und sehe in diesem Moment immer die blaue Aura um Claire, die Master Raymond sieht. Er bemerkt, dass Claire etwas gelangweilt und unglücklich wirkt und schlägt ihr einen Besuch im L`Hôspital des Anges, einem Armenhospital, vor, da die Nonne dort immer Helfer mit medizinischen Kenntnissen brauchen.

L`Hôspital des Anges
Claire fährt noch am selben Tag in Begleitung von Murtagh zum Hospital. Für ihn ist dieser Besuch sehr suspekt und er merkt an, dass Jamie das auch nicht gutheißen wird. Worauf Claire mit einem bezaubernden Lächeln antwortet, dass wenn sie glücklich ist, Jamie es auch sei. Wenn sie wüsste zum diesem Zeitpunkt nur wüsste, was wir wissen.

Mutter Hildegard behandelt Claire erst abschätzig und lässt sie niedere Arbeiten verrichten, die die man gerne Frauen aus der Oberschicht gibt, die offensichtlich keine Ahnung haben und nur fürs Protokoll dorthin kommen. Bitte lass in den Schüsseln, die Claire in den großen Bottich kippt, die übrig gebliebene Suppe vom Mittagessen sein und nicht das, was ich denke.
Aber Mutter Hildegard stellt schnell fest, dass Claire wirklich sehr gute medizinische Kenntnisse besitzt und nicht eine von diesen reichen Ladys ist. Über Claires Gesicht breitet sich ein wundervolles Strahlen aus, als sie endlich richtig helfen darf. Da macht es auch nichts, dass sie dafür den Urin der kranken Frau probieren musste. Ich glaube, um ihr Können zu beweisen, hätte sie auch Schlimmeres getan.

Maison Elise
Zurück zu Jamie und Duverney, die BPC an seinem Lieblingsort treffen. Ich frage mich, ob BPC sich dort ein 24 Stunden Zimmer für 7 Tage die Woche gemietet hat. Mark me, aber wenn er noch länger die Dienste dort in Anspruch nimmt, hat sich der Aufstand in Schottland eh erledigt, da er das gesamte Geld für Wein, Weiber und Gesang ausgegeben hat.

Das Treffen verläuft leider nicht so, wie Jamie es erwartet hat und statt BPC das Vorhaben aufgrund von fehlender Finanzierung auszureden, sind am Ende des Abends Duverney und er fast so etwas wie Best Friends Forever und BPC kann wahrscheinlich mit einer finanziellen Unterstützung des Königs rechnen.
Wie gut, dass Jamie seine Gefühle so gut hinter einer starren Maske verbergen kann. Ansonsten wäre ihm wahrscheinlich alles aus dem Gesicht gefallen, als BPC erwähnt, dass er schon einiges an Geld für den Aufstand zusammen hat. Sehr gut von Sam gespielt!
Nur wer Jamie wirklich kennt, weiß, was in diesem Moment in ihm vorgeht, denn seine trommelnden Finger verraten ihn fast immer, auch wenn er sein Pokerface aufgesetzt hat. Ich finde es toll, dass Sam diesen Jamie Tick für die Serie übernommen hat und dass der aufmerksame Zuschauer immer wieder Situationen findet, in der Jamie so seine Nervosität, Wut oder Unsicherheit zeigt.
Zum Schluss, als BPC seine Hand aufs Jamies Wange legt und sagt: „Mein Freund James ist sprachlos. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin, diesen erschrockenen doch erleichterten Ausdruck auf Ihrem Gesicht zu sehen, James.“, habe ich nur gedacht, dass er, wenn er nicht bald seine Hand dort wegnimmt, sein Freund James gleich noch einen ganz anderen Gesichtsausdruck bekommt. Aber Jamie ist hier wirklich sehr beherrscht und nimmt, mit einem Pokerface, für das ihn jeder Pokerspieler beneidet, BPCs Hand vom Gesicht und legt sie auf den Tisch.

Als Jamie aus dem Bordell kommt, spricht seine Mimik Bände und er scheint zu denken „Mark me, ich werde Murtaghs Vorschlag doch annehmen und dem Prinzen die Kehle durchschneiden. Lange halte ich das alles nicht mehr aus“.

Auseinandersetzung Jamie und Claire
In der nächsten Szene kommt Jamie, aufgrund der Ereignisse im Bordell, ziemlich angesäuert nach Hause und wer ist nicht da? Seine geliebte Frau Claire!
Mit fortgeschrittener Uhrzeit steigt seine Ungeduld über den Verbleib von Claire. Sicherlich macht er sich dazu auch noch Sorgen um sie, auch wenn Claire in Murtaghs Begleitung unterwegs ist, denn theoretisch kann ja auch beiden etwas passiert sein. Auch hier macht sich seine innere Aufruhr durch das Fingertrommeln mehr als deutlich bemerkbar.
Claire kommt abends spät nach Hause. Sie ist sichtlich zufrieden und bester Laune und es scheint, dass sie von innen heraus strahlt. Sie erzählt Jamie wie toll und erfüllend ihr Tag im Hospital war und durch ihr Glücksgefühl verkennt sie Jamies innere Wut. Murtagh hingegen erfasst die Situation recht schnell und verlässt fast fluchtartig den Raum.
Claire sagt fast entschuldigend, dass es zwar ihre Idee war, den Jakobitenaufstand zu verhindern, aber Jamie leider die Hauptlast trägt, denn sie kann nicht mit BPC ins Bordell gehen oder den Weinhandel leiten. Es ist von Claire eine zärtliche und vor allem tröstende Geste, wenn sie Jamie die Hand auf seine Schulter legt, so wie sie es schon einige Male zuvor als Unterstützung oder Trost oder als Zeichen, für ihn da zu sein, gemacht hat. So zum Beispiel in Folge 101, als Jamie von seiner ersten Begegnung mit BJR erzählt, in Episode 115, als BJR den Nagel in seine Hand schlägt oder in Folge 116, als Murtagh das Brandmal entfernt.
Aber in dieser Situation ist Jamie nicht in der Stimmung für weiblichen Trost und Beistand und so entfernt er Claires Hand von seiner Schulter. Ich finde es toll, wie wir in Sams Mimik Jamies anschwellende Wut sehen können und wie schwer es ihm in dieser Situation fällt, sein Fraser Temperament im Zaum zu halten.
Jamie beschuldigt Claire, dass sie sich irgendwo die Zeit vertreibt, anstatt zu Hause zu sein, wenn er nach einem langen Tag nach Hause kommt und seine Sorgen mit ihr teilen möchte. Claire entgegnet, dass sie sich nicht irgendwo rumgetrieben hat, sondern, dass sie im L’Hôspital des Anges Menschen geholfen hat und dass sie sich gebraucht gefühlt und seit langem ihr Tag endlich mal wieder eine Bedeutung gehabt hat. Ganz klassisches Streitthema, das es leider immer noch häufig zwischen Eheleuten gibt ,gerade dann, wenn Kinder da sind und die Frau arbeiten und eine sinnvolle Aufgabe, neben Haushalt und Kindererziehung, haben möchte.
Als Claire ihm klarmacht, dass sie nicht immer zu Hause sitzen kann und etwas braucht, dass sie erfüllt, brechen Jamies Frust und Wut aus ihm heraus: „Wann fühle ich mich gut? Wann werde ich für mein Tun beschenkt?“ In diesem Moment kommt noch erschwerend hinzu, dass Jamie mit seinem derzeitigen Leben äußerst unzufrieden ist. Er versucht auf der einen Seite immer noch mit seinem Trauma nach Wentworth zurechtzukommen und befindet sich gleichzeitig in einer Situation, in der er politische Ränkespielchen treibt, um den Jakobitenaufstand zu stoppen, die in extrem stressen und zuweilen auch nerven. Daneben kümmert er sich, nach vielen durchzechten Nächten mit BPC, um den Weinhandel seines Cousins und soll dann auch noch akzeptieren, dass Claire im L’Hôspital des Anges nicht nur arbeiten geht, sondern ihrem Tag dadurch einen Sinn gibt. Das ist für Jamie in dieser Situation eindeutig zu viel des Guten, auch wenn er für seine Zeit ein modern denkender Mann ist und sehr fortschrittlich an die klassische Rollenverteilung in einer Ehe herangeht.

Auch im Buch ist Jamie erst nicht von der Idee begeistert, dass Claire in ihrem Zustand im Hospital arbeiten geht, lenkt dann, als er einsieht, dass ihr die Arbeit wichtig ist und wie viel sie ihr bedeutet, ein und „erlaubt“ ihr im Hospital zu arbeiten. Es entbrennt im Buch aber kein Streit zwischen den beiden, so wie in der Serie, aber diese braucht ab und an mal einen handfesten Konflikt, sonst könnte es ja langweilig werden und Jamie ist im Buch auch emotional in einer ganz anderen Situation. Aber liebe NBL glaubt mir, wenn ich euch sage, dass es, zumindestens in den Büchern, das erste und auch letzte Mal ist, dass Jamie versucht zu verhindern, dass Claire ihrer Bestimmung nachgeht. So wie Claire ihn immer in seiner Berufung, nämlich ein Kämpfer für Recht und vor allem Freiheit zu sein, unterstützen wird, wird er das Gleiche für sie machen.

Murtagh scheint über Suzettes Bemerkung, dass zwischen Jamie und Claire im Bett nichts mehr läuft, überrascht zu sein. Vielleicht greift er das noch einmal in einem Gespräch mit Jamie auf, obwohl Männer in dieser Zeit wohl eher nicht über ihre sexuellen Probleme geredet haben. Aber vielleicht soll das für uns als Zuschauer auch noch einmal eine Erinnerung sein, dass Jamie mit seiner PTBS nicht in der Lage ist, mit Claire intim zu sein.

Maison Elise die Zweite
Wo geht ein Mann hin, wenn er nach einem Streit mit seiner Frau wutentbrannt das Haus verlässt? Klar, in die nächste Kneipe. Da sich in der Wohngegend um Jareds Haus wohl keine guten Gaststätten befinden, geht Jamie halt mal wieder ins Maison Elise. Ist ja fast das Gleiche, Hauptsache es gibt genügend Alkohol, um den ganzen Frust runterspülen zu können.

Ich finde, dass wir Zuschauer in der Anfangsszene Jamies Einsamkeit und Verzweiflung ganz deutlich sehen können. Er sitzt alleine an einem Tisch, hat sein Glas gedankenverloren in der Hand und scheint seine Umgebung gar nicht richtig wahr zunehmen, denn es braucht schon einige Sekunde, bis er sich der unerwünschten Berührung der Prostituierten bewusst wird und sich derer auch schnell entledigt.
Dann beobachtet Jamie einen Jungen, der im Maison Elise als Kellner arbeitet und bemerkt, dass dieser ein gerissener Taschendieb ist.
Wenn man aufmerksam zuschaut, kann man an Jamies Mimik genau den Moment erkennen, in dem er den Plan fasst, die Korrespondenz von BPC, mit Hilfe von Fergus Fähigkeiten, abzufangen. In diesem Augenblick huscht so etwas wie der Aha-Effekt über sein Gesicht und er zieht ganz leicht den rechten Mundwinkel zu einem Lächeln nach oben. Auch hier kann ich nichts anderes sagen, als großartig gespielt, Sam.

Kleine Randnotiz:
Jamie trifft im Buch während einer Verfolgungsjagd, in der er seinen Verfolger mit einer Wurst niederschlägt, rein zufällig auf Fergus. Schade, dass es diese Sequenz nicht in die Folge geschafft hat, denn ich hätte gerne die Verfolgungsjagd mit Jamie und der Wurst gesehen, da sie zu einer der lustigsten Szenen im zweiten Buch „Die geliehene Zeit“ zählt.

Nach der kurzen Verfolgungsjagd zwischen Fergus und Jamie (findet Ihr auch, dass es etwas ungelenkig und seltsam aussieht, wenn Sam rennt?), ist klar, dass er den richtigen Jungen für seinen Plan gefunden hat.
Ich verstehe zwar kein Gälisch, aber als Jamie Sawny auf dem Boden liegen sieht, sagt er wahrscheinlich so etwas, wie: „Verdammter Mist…“ und denkt „Wer James Alexander Malcom MacKenzie Fraser unbemerkt sein Sawny aus dem Sporran stehlen kann, der kann sich auch alles andere unbemerkt aneignen.“
In dieser Szene finde ich, sieht man mal wieder den unbekümmerten und schalkhaften Jamie. Bei dem Dialog, in dem Fergus sagt, er geht zu Jamies Frau etc. musste ich schmunzeln. Wie schön, dass Jamie, trotz allem, seinen Humor nicht verloren hat: „Erstens ich bin ein dreckiger schottischer
Mistkerl.“ 

Bei den Frasers
Fergus zieht bei den Frasers ein und Claire scheint zu Anfang etwas irritiert zu sein. Als sich Fergus formvollendet vor Claire verbeugt und Jamie Murtagh bittet, Fergus nach oben zu begleiten, ist Murtaghs Reaktion einfach göttlich: Kopfschütteln, Augenbraue anheben, „Grundgütiger!“ sagen und wahrscheinlich folgendes Denken „Nicht genug, dass ich in einer stinkenden Stadt mit Froschfressern gelandet bin und ich bei meinem ersten Sex seit Jahren von der Frau meines Patensohns gestört werde und dann auch noch mit ihr über so etwas wie Verhütung sprechen soll….jetzt bin ich auch noch der Babysitter für diese Göre und muss auch noch auf meinen Sporran aufpassen. Aber ich habe es Ellen versprochen.“

Jamie erklärt Claire, dass er Fergus für seinen Plan braucht, die Korrespondenz von BPC abzufangen und sie scheint, nach einem kurzen Augenblick der Überraschung, von diesem Plan begeistert zu sein und sagt dies auch. Man kann in Jamies Reaktion und in seinem Gesicht sehr gut sehen, wie sehr es das Lob von Claire und ihre Anerkennung, dass sein Plan funktionieren könnte, gebraucht hat. Aber trotzdem scheint zwischen den beiden immer noch diese Kluft zu herrschen, die sie auch an diesem Abend nicht überwinden können.
Jamie hält Claire weiterhin auf Distanz, indem er sich für ihre Zustimmung bedankt und ihr dann gute Nacht sagt, aber ohne Kuss und Umarmung. Das verletzt Claire und macht sie traurig, was sehr gut in ihrer Mimik zu sehen ist. Leider ist Jamie aufgrund seiner PTBS immer noch nicht der Mann, der er sein will und Claire weiß das und bringt, trotz allen Umständen die nötige Geduld dafür auf.

Ich finde auch die Symbolik in dieser Szene toll. Jamie und Claire stehen sich in dieser ganzen Szene zwar gegenüber, sind aber räumlich durch eine Wand getrennt, die durch Türöffnungen unterbrochen ist. Und genauso ist der Stand ihrer Beziehung im Moment. Zwischen ihnen herrscht eine Distanz, die symbolisch von der Wand dargestellt ist, aber es gibt immer mal wieder Augenblicke, in der diese Distanz überwunden wird, wofür die Türöffnungen stehen.

Der musikalische Code
Wie wir durch ein Voice Over von Claire erfahren, vergeht einige Zeit, in der jeder seiner Beschäftigung nachgeht. Claire arbeitet im Hospital und geht in ihrer neuen Aufgabe auf. Jamie und Murtagh gehen ihrer Beschäftigung nach, die Briefe von BPC abzufangen, um dadurch seine nächsten Schritte absehen zu können und die englischen Adligen, die ihn unterstützen, ausfindig zu machen.

Jamie geht mit einem Notenblatt, das er und Murtagh für einen Code halten, ins Hospital, um Mutter Hildegard um Hilfe zu bitten. Ihm ist es sichtlich unangenehm dort zu sein, aber Claire scheint sich sehr darüber zu freuen, dass er die Hilfe von Mutter Hildegard in Anspruch nehmen will. 
Als Mutter Hildegard fragt, ob es gefährlich oder illegal ist, was Jamie mit dem Code vorhat, springt Claire ohne zu zögern für ihn in die Bresche und nimmt die Bürde, eine Nonne anzulügen, auf sich: „Ich versichere Ihnen, wenn mein Ehemann sie um etwas bittet, hat das einen ehrenhaften Grund.“ Jamies dankbarer Blick sagt alles das, was bis dato zwischen ihnen ungesagt geblieben ist und ich denke, Team Fraser is back, zumindest im Ansatz.
Ich mag es sehr, wie Jamie Claire in der gesamten Szene mit Mutter Hildegard anschaut. So voller Stolz und Liebe. Schön, sie mal wieder als eine Einheit zu sehen
Schade, dass Jamies Satz, den er im Anschluss an die Dekodierung des musikalischen Codes sagt, dem Schnitt zum Opfer gefallen ist, denn seine Aussage im Drehbuch, dass er denkt, dass Claire noch eine Menge zu tun hat und sie abends zu Hause erwartet, zeigt sehr gut, dass er verstanden und akzeptiert hat, dass die Arbeit als Heilerin Claires Bestimmung ist. Und Claire ist, laut Drehbuchanmerkung in diesem Moment sichtlich gerührt und bittet Mutter Hildegard darum, zusammen mit Jamie nach Hause zu gehen. (Link zum Skript von Folge 203 hier: http://www.outlandercommunity.com/index.php?f=insideoutlander&s=203

Briefdekodierung
In der Schlussszene ist alles so harmonisch. Claire, Jamie und Murtagh dekodieren, anhand der entschlüsselten Notenblätter, zusammen die Briefe und wir sehen sie das erste Mal, seit langer Zeit, als Team zusammenarbeiten.
Nachdem Claire und Jamie das Rätsel um „S“, wie Sandringham gelöst haben, ist von Jamies derzeitiger Verbitterung und Frustration nichts zu spüren, sondern er erscheint gelöst, zufrieden und glücklich, so wie schon seit längerer Zeit nicht mehr. Sie haben endlich wortwörtlich den Schlüssel gefunden, um an die vermeintlichen Geldgeber des Aufstands zu kommen. Jamie, Claire und Murtagh leben nun schon ca. vier Monate in Paris und sind bis dato, außer Kontakte zu BPC, dem König und Duverney knüpfen zu können, noch keinen nennenswerten Schritt weiter gekommen, um die Finanzierung des Aufstands zu verhindern.
Ganz im Gegenteil. Das Problem scheint sich mit der englischen Geldquelle noch vergrößert zu haben. Aber mit dem Wissen, dass der Duke of Sandringham (DoS) eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der Jakobiten spielt, sind die drei, nach all den Rückschlägen der vergangenen Wochen, endlich eine großen Schritt weiter und Jamie macht das, was alle von uns getan hätten. Er „feiert“ mit einem Toast ihren ersten kleinen Sieg, auf dem langen Weg den Aufstand und somit die Schlacht von Culloden und die Ausrottung der Highland Schotten zu verhindern.
Leider ist diese Idylle nur von kurzer Dauer, denn Claire und Murtagh wird ziemlich schnell klar, dass Jamie von BJR erfahren muss, ehe es ihm der DoS erzählt wird.
Die Szene, in der Jamie seinen Toast auf Mutter Hildegard und Claire ausbringt, erinnert mich an die Hochzeitsfolge. Denn auch jetzt steht ein vermeintlich sehr glücklicher und zufriedener Jamie vor einer sehr unglücklichen Claire, die wieder mal nicht weiß, was sie sagen soll.
Seine versteckte Entschuldigung, „Auf meine Frau , die immer da ist, wenn ich sie brauche.“, finde ich einfach nur sehr gut gelungen. Am Schluss scheint er verstanden zu haben, dass, auch wenn Claire mal körperlich nicht anwesend ist, sie trotzdem immer für ihn da ist. Er existiert also doch noch, unser geliebter, cleverer und smarter JAMMF. Gott sein Dank!

Claire bringt es nicht übers Herz, Jamie von BJR zu erzählen, denn er ist so glücklich und zuversichtlich, den Aufstand doch noch stoppen zu können. Es ist das erste Mal in dieser Folge, dass sich Claire und Jamie richtig berühren, er sie küsst und umarmt und für einen Augenblick scheint die Kluft zwischen ihnen nicht mehr zu existieren.
Ich kann verstehen, dass Claire Jamie in diesem Moment nicht die Wahrheit über BJR sagen kann und will. Frei nach dem Motto: „Das ist toll. Wir haben den englischen Drahtzieher und ich freue mich, dass Du so glücklich bist. Übrigens, weißt Du was? BJR hat Wentworth überlebt. Überraschung!“ Und so lassen uns die Serienverantwortlichen eine weitere Woche spekulieren, ob und wann Jamie von der immer noch bestehenden Existenz von BJR erfahren wird.


Diese Folge macht gleich von Anfang an klar, dass Jamie und Claire sich immer weiter voneinander entfernen. Claire schläft alleine, während Jamie nach einer weiteren durchzechten Nacht, die er zusammen mit BPC im Maison Elise verbracht hat, früh morgens nach Hause kommt, nur um sich kurz umzuziehen und dann sofort wieder das Haus zu verlassen, um seinen täglichen Verpflichtungen nachzukommen. Wenigstens hat Jamie so viel Zeit und Feingefühl sich um Claire und das Baby zu sorgen. So distanziert und unzufrieden wollen wir eigentlich Jamie und Claire nicht erleben, aber wir werden sie, solange Jamie nicht aufgrund seines Traumas mit Claire intim sein kann, leider nicht anders erleben.
Und sie entfernen sich in dieser Folge immer weiter voneinander bis sie schließlich am Ende es doch schaffen, zumindest auf der selben Seite zu stehen. Ich formuliere es mal ganz wage und mit viel Hoffnung, aber ich denke, dass es so aussieht, dass eventuell Team Fraser zurück sein könnte.
Ich bin gespannt, ob Claire in der nächsten Folge den Mut aufbringt, Jamie über BJR aufzuklären oder ob Jamie auf andere Weise von seinem Überleben erfährt.

Und da die nächste Folge „La Dame Blanche“ heißt, freue mich auf Spannung und den Rest, der da noch so mit dem Comte, Mary und Murtagh kommen mag.

@ Yvonne Pirch 24.04.2016 / 14.09.2016


Inside the World of Outlander Folge 203:
https://www.starz.com/video/ffbb53cda3f84d0386d0b035efc8086a

Behind The Scences (Drehbuch, Videos, etc.) Folge 203:
http://www.outlandercommunity.com/index.php?f=insideoutlander&s=203

Podcast Ron D. Moore Folge 203:
http://assets.starz.com/stzcom/outlander/203_Podcast_050916.mp3

Wenn Dir unser Blog gefällt, dann abonniere ihn via E-Mail und verpasse nie wieder einen Beitrag.