Review Folge 205 Neues Bündnis, alte Feinde (Untimely Resurrection)


viviane-althaus-087-001Episode 205

Neues Bündnis, alte Feinde
(Untimely Resurrection)

Drehbuch: Richard Kahan
Regie: Douglas Mackinnon

„Willst Du mich daran hindern,
Rache zu nehmen an dem Mann,
der mich zu seiner Hure gemacht hat?
Der Mann, der in meinen Albträumen hauste
und in unserem Bett.
Der mich fast dazu trieb, mir das Leben zu nehmen.

(Jamie Fraser) 

ACHTUNG: Der folgende Text enthält Spoiler. Nicht nur Spoiler zur Serie und der aktuellen Folge, sondern auch zu Diana Gabaldons Büchern, die bis zum heutigen Datum erschienen sind.

Mir hat die Folge sehr gut gefallen und die Zeit scheint wieder im schwarzen Outlander-Zeitloch verschwunden zu sein, denn ich war schon sehr überrascht, als nach dem großen Streit zwischen Jamie und Claire plötzlich der Abspann lief.
So wie der englische Episodentitel “Untimely Resurrection”, heißt auch das Kapitel in Dianas zweitem Buch “Dragonfly in Amber” (dt. “Die geliehene Zeit”), in dem Jamie und Claire Black Jack Randall (BJR) in Paris begegnen. Übersetzt bedeutet “Untimely Resurrection” so etwas wie „unpassende Wiederauferstehung“ und ich finde dieser Titel passt für diese Folge wie die Faust aufs Auge.
Das Drehbuch ist sehr gut geschrieben, fügt sich nahtlos in die vorangegangene Geschichte ein und liefert wichtige Entwicklungen für die weitere Story. Die Handlung ist sehr buchnah umgesetzt worden und enthält einige Dialoge, die eins zu eins aus dem Buch übernommen wurden.
Besonders gut haben mir die vielen kleinen Jamie und Claire Momente gefallen, wie zum Beispiel, wie Jamie ihr im Schlafzimmer das mit „La Dame Blanche“ erklärt, die Apostel-Löffel Szene oder die Babytalk-Szene. Das sind genau diese Dinge, die in meinen Augen die Bücher so einzigartig und liebenswert machen und ich bin froh, in dieser Episode endlich mein Buch Team Fraser sehen zu können. Auch die Szene mit BJR in Versailles oder die letzte Szene sind sehr gut geschrieben, filmisch umgesetzt und gespielt.

Und wie immer waren die Sets und die Kostüme einfach großartig.
Das Kleid das Annalise in Versailles trägt, ist schon ein Traum. (hierzu Bilder auf Terrys Blog: http://www.terrydresbach.com/author/terrydresbach/). 
Aber Claire sieht, verglichen mit Annalise, in ihrem Kleid, einer Kombination aus senfgelb und braun mit großen Blumenmustern, exotisch und fast schon wie aus einer anderen Welt aus. Ich liebe dieses Kostüm, das übrigens auch Ron D. Moores und eines von Caitriona Balfes Lieblingskostümen ist. Terry Dresbach hat es auf den Namen “Dressage Dress” getauft und Ihr findet auf ihrem Blog wundervolle Fotos zu diesem Kostüm und könnt dort Details entdecken, die man im TV gar nicht so genau sehen kann. (http://www.terrydresbach.com/9572-2/). Terry erzählt in diesem Beitrag unter anderem die, so finde ich, durchaus witzige Geschichte, wie sie den Stoff für das Kleid gefunden hat. Für alle, die nicht gerne englische Texte lesen, habe ich diese Story kurz zusammengefasst:
Terry und Ron waren in einem Stoffladen namens Britex, den Terry als ein Mekka für Stoffliebhaber bezeichnet. Terry schaute sich dort um und fragte einen der Verkäufer, ob sie nicht irgendwo noch einen extravaganten Stoff vergraben hätten und er brachte ihr den Stoff mit den großen Blumen. Terry sagte, dass der Stoff so aufregend, ausgefallen und übertrieben war, dass sie nicht sicher gewesen ist, ob sie daraus ein Kleid machen kann. Leider hatten sie von dem Stoff nur noch 12 Yards (ca. 11 Meter) und für ein Kleid braucht Terry aber 15 Yards (ca. 14 Meter) und sie entschied, einen Unterrock aus einem anderen Stoff zu machen. Als sich Terry also so über den Stoff beugte und überlegte, kam eine andere Kundin vorbei und sagte, dass das ein ganz großartiger Stoff sei und ob sie (Terry) schon mal Outlander gesehen hätte, denn der Stoff sähe aus, wie einer, den sie in der Serie nehmen könnten, Und dann fragte sie Terry, ob sie den Mann kennen würde, der die Serie produziert, denn er hätte auch ihre andere Lieblingsserie “Battlestar Galactica” produziert. Terry fragte sie, ob sie diesen Mann meint und zeigte auf Ron. Sie dachte, die Frau würde in Ohnmacht fallen.

Jamie und Claire
Jamie ist zurück und er scheint den Großteil seines Traumas so weit überwunden zu haben, dass er wieder der „Alte“ ist und mir ist aufgefallen, dass er in jeder Szene, auch am Hofe, seinen Kilt trägt.
Annalise ist nicht die einzige, die Jamie nicht mehr als impulsiven jungen Mann sieht. Ich habe in dieser Folge, genau wie sie, einen überlegten, reifen und selbstreflektierten Mann erlebt. Er kann Claire und auch Murtagh Mut und Selbstvertrauen schenken, denn er ist nicht mehr nur eine leere Hülle, sondern hat sein Ich wiedergefunden und hat letztendlich auch wieder etwas zu geben. Ja, Wentworth hat ihn verändert und er wird das, was BJR ihm angetan hat, nie vergessen können, aber er hat einen Weg gefunden, damit weiterzuleben.
Ich glaub, dass an dem Sprichwort „ Was uns nicht umbringt, das macht uns nur härter“ etwas dran ist und die Erkenntnis, dass man schlimme Dinge überstehen kann und daran gewachsen ist, ohne daran zu zerbrechen, gibt einem unglaublich viel Kraft. Jamies feste Konstante war, ist und bleibt Claire und BJR hat es richtig erkannt, dass der einzige Weg, um Jamie im Kern seiner selbst zu treffen, nur über Claire geht. Oder könnt Ihr euch vorstellen, dass Jamie wirklich durch etwas oder durch jemanden ernsthaft in seinem Selbst erschüttert werden kann….außer durch oder von Claire.
Seine Beziehung zu Claire knüpft dort an, wo wir sie am Ende der Folge 204 verlassen haben und ich kann nur eines sagen: Team Fraser is back!
Jamie und Claire sind endlich wieder zu zweit eins. Diesen Eindruck hatte ich direkt schon in der ersten Szene, als Jamie seine kleine Familie nach seiner Nacht in der Bastille begrüßt. Im Laufe der Episode war es für mich ein tolles Gefühl zu sehen, wie natürlich, unbefangen und selbstverständlich Jamie und Claire miteinander umgehen und reden. Auch hat Jamie keine Probleme mehr, sie zu berühren, zu umarmen und zu küssen. Sie sind in ihren gemeinsamen Szenen wieder eine echte Einheit, in der sich jeder auf den anderen verlassen und sich ihm anvertrauen kann.
Welche Mauern auch immer zwischen ihnen gestanden haben, sie haben sie alle letzte Folge im Nischenbett eingerissen. Die Szene, die mir das am deutlichsten gezeigt hat, ist der Moment, indem Claire sich endlich, das erste Mal seit Wentworth, wieder verletzlich zeigen kann und Jamie für sie da ist, um sie aufzufangen. Dass Claire mit Jamie ihre Sorgen und ihre Ängste bezüglich ihrer Mutterschaft teilt, zeigt eindeutig, dass sie ihn nicht mehr als zerbrechlich sieht. Es ist schön, wie Jamie sie tröstet und ihr Mut zu spricht. Es zeigt, dass egal, was auch kommen mag, sie werden es schaffen….gemeinsam!

Eröffnungsszene
Durch Claires Voice Over erfahren wir, dass Jamie und Alex nach der Schlägerei im Hause Fraser verhaftet worden sind und in die Bastille gebracht wurden. Claire steht am Fenster und wartet auf Jamies Rückkehr, während die Angestellten das Chaos, das die prügelnde Horde hinterlassen hat, beseitigen. Mann, Mann, Mann, die haben aber auch ganz schön gewütet.
Ist Euch aufgefallen, dass Claire einen neuen Morgenrock trägt?

Jamie kommt nach Hause
Jamie kommt am nächsten Morgen aus der Bastille nach Hause, trifft im Salon auf eine wartende Claire und einen auf der Couch eingeschlafenen Fergus. Die Szene stellt für mich, auch wenn die Umstände nicht gerade gut sind, ein tolles Bild der kleinen Familie Fraser dar: Fergus, der aufbleiben wollte, um auf „Milady“ aufzupassen, während Jamie fort war. Jamie, der den schlafenden Fergus auf den Arm nimmt und ihn ins Bett trägt. Claire, die über Jamies Rückkehr sehr erleichtert ist und ihn wie selbstverständlich küsst. Das war ja bis zur letzten Folge nicht selbstverständlich, das mit dem Küssen, meine ich.
Als Jamie zu Beginn dieser Episode den Salon betrifft, kann ich es kaum glauben. Irgendetwas ist zwischen diesem Jamie und dem Jamie der letzten drei Folgen passiert. Es sieht aus, als wenn er sich gänzlich von BJR`s Schatten, der ihn die ganze Zeit verfolgt hat, befreit hat. Großartig, wie Sam es schafft, diese Gemütserhellung nur durch einen einfachen Gang durch den Raum zu zeigen und dass wir durch Sams veränderte Mimik und Körpersprache Jamies Veränderung sehen können.

La Dame Blanche
Jamie und Claire sind mittlerweile in ihrem Schlafzimmer angekommen. Claire sagt zu Jamie, dass sie helfen müssen, Alex aus der Bastille zu holen und sie informiert Jamie, dass Bonnie Prince Charlie (BPC) die Dinnerparty zusammen mit dem Comte verlassen hat. Jamies Blick, als Claire erzählt, dass sie den Angreifern nur entkommen konnten, weil sie sie als La Dame Blanche erkannt haben, ist einfach grandios. Jamies Erklärungsversuch, wie es zu La Dame Blanche gekommen ist, seine Entschuldigung, dass viel Wein daran beteiligt war und sein leicht verschämtes Verhalten sind einfach göttlich. Obwohl Claire wegen des Hexensprozess in Cranesmuir von Jamies Idee nicht so begeistert ist, scheint sie sich am Ende doch zu amüsieren, so wie ich auch, denn wer kann schon Jamie mit diesem begossenen Pudelblick lange böse sein. Die Szene endet damit, dass Jamie Claire von hinten umarmt und ihr zuraunt: „Alles was ich nun möchte, ist, dass du dich in meine Arme fallen lässt.“
Und ich denke, dass ist jetzt der Moment, in dem wir uns leise aus der Szene schleichen sollten.

Jareds Lagerhaus
Jareds Lagerhaus, ein neues Set und was soll ich sagen, genauso toll und detailverliebt, wie alle anderen auch. Ich finde es sehr interessant, endlich einmal Jamies Arbeitsplatz und ihn bei seiner Arbeit zu sehen. Wir Zuschauer hatten ja schon fast den Eindruck, dass er den ganzen Tag nichts anderes macht, als mit Duverney Schach zu spielen und mit BPC bei Maison Elise abzuhängen.
Jamie ist im Lagerhaus in seinem Element. Murtagh sitzt ihm am Schreibtisch gegenüber und sieht sehr deprimiert aus. Duncans Körperhaltung und Körpersprache in dieser Szene sind sehr ausdrucksstark, er scheint regelrecht in sich eingesunken zu sein.
Murtagh entschuldigt sie bei Jamie, dass er nicht auf seine Frau, sein ungeborenes Kind und das englische Mädchen besser aufgepasst hat. Wenn er Jamie mit seinem „Ich habe dich enttäuscht.“ sein Versagen und seine Schuldgefühle nach dem Überfall auf Claire und Mary ausdrückt, möchte ich ihm am liebsten ganz fest in den Arm nehmen und ihn damit trösten, dass es nicht seine Schuld gewesen ist. Wahrscheinlich würde es aber nichts an Murtaghs Schuldgefühlen ändern und er würde sich zwar getröstet, aber nicht besser fühlen.
Aber Jamie weiß es besser als ich und gibt ihm das, was Murtagh in diesem Moment braucht. Er tut Murtaghs Entschuldigung nicht einfach nach dem Motto: „Du konntest doch nichts dazu“ ab, sondern gibt ihm die Möglichkeit seinen „Fehler“ wieder gut zu machen, indem er ihn bittet, weiter nach den Angreifern und einer Verbindung zwischen denen und dem Comte zu suchen. Murtagh, der genau wie Jamie auch ein Ehrenmann ist, nimmt diese Wiedergutmachung gerne an: „Ich werde dir diesen Hund auf einem Silbertablett servieren oder sterben.“ Ich denke, ich kenne keinen Schauspieler, der alle Emotionen nur durch seine Augenbrauen darstellen kann.

Kleine Randnotiz:
Diese Szene ist zwar anders als im Buch, denn dort bittet Murtagh Jamie sein Leben zu beenden, weil er ihn enttäuscht und die Treue gebrochen hat. Die Szene ist im Buch weitaus intensiver und länger, aber die Serie trifft hier den richtigen Ton und auch Murtaghs Verzweiflung, Jamie enttäuscht zu haben.

Claire bei Mary
Claire besucht Mary zu Hause, um sie zu untersuchen und da wir keine genaue Zeitangabe bekommen, gehe ich mal davon aus, dass es am Tag nach dem Überfall ist. Wir erfahren, dass Mary einen Brief schreibt, der Alex Unschuld und die Umstände des Überfalls erklären soll, damit dieser aus der Bastille entlassen wird und mir fällt auf, dass Mary wieder mehr stottert. Kein Wunder, nach den Ereignissen der letzten Nacht. Mary soll, wenn es ihr besser geht, wieder nach England gehen, denn die Verlobung mit „Warzengesicht“ ist aufgrund der Vorkommnisse schon aufgelöst worden. Ich mag in diesem Zusammenhang Claires Aussage: „Du bist doch viel zu hübsch, nicht zu vergessen liebenswert, um solch eine alte Warze zu heiraten.“
Auf Claires Frage, wie sie sich fühlt, antwortet Mary: „Ich schäme mich. Ich fühle mich wie jemand anderes und ich werde niemals so sein wie früher.“ und Claire macht ihr deutlich, dass es auf keine Fall ihre Schuld war und sie sich für nichts zu schämen braucht. Ich finde es sehr gut, dass die Serienverantwortlichen hier nochmal auf Mary und ihre Gefühle bezüglich der Vergewaltigung eingehen und diese nicht unter den Tisch fallen lassen. 

Mary erzählt Claire, dass Alex und sie darüber nachdenken zu heiraten und bei Claire schrillen jetzt alle Alarmglocken, denn Mary muss ja bekanntlich BJR heiraten, damit Frank geboren werden kann.

Claire am Kamin
Claire ist wieder in Jareds Haus und sie hält Marys Brief, der Alex Unschuld beweisen soll, in der Hand. In einem Voice Over erfahren wir, dass sie überlegt diesen Brief zu verbrennen, damit Frank gerettet wird, denn, nach ihrer logischen Schlussfolgerung, kann Alex, wenn er in der Bastille bleibt, Mary nicht heiraten.
Als Claire mit Marys Brief am Kamin steht, bin ich schon ziemlich besorgt, dass es einer dieser Momente sein könnte, in dem die Serienverantwortlichen weit übers Ziel hinausschießen könnten. Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge, wie Claire den Brief vorsätzlich versehentlich mit einem „Oops“, a la Titanic Kate Winslet, die den blauen Diamanten „versehentlich“ ins Meer fallen lässt, in die Flammen wirft. Gott sei Dank, haben alle Beteiligten nicht so eine blühende Fantasie wie ich und Claire liefert Marys Brief brav in der Bastille ab.

Kleine Randnotiz:
Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, dass Claire darüber nachdenkt, den Brief zu verbrennen, um so Frank zu retten. Es scheint mir irgendwie nicht zu meiner Buch Claire zu passen. Klar hat Claire immer mal wieder Entscheidungen aus einem Impuls heraus getroffen, die unlogisch , überstürzt und manchmal auch gefährlich waren, aber ich habe sie nie als manipulativ oder egoistisch empfunden.

BPC im Lagerhaus
BPC besucht Jamie im Lagerhaus, weil er ihm mitteilen will, dass sie etwas zu feiern haben. Jamie macht das typische „Your Royal Highny Gesicht“: Augenrollen und einen überaus entnervten Gesichtsausdruck, und man kann in seinem Gesicht seine Gedanken lesen: ““Mark me, hier gehen sie dahin, mein guter Wein und meine Ruhe für den heutigen Tag.“ Einfach herrlich!
BPC erzählt Jamie, dass der Duke of Sandringham (DoS) sein Investment zurückgezogen hat, wen wundert es auch nach dem Auftritt bei der Dinnerparty, er aber im Comte einen neuen Geschäftspartner gefunden hat. Armer Jamie, kaum ist der eine besiegt, taucht schon wieder ein Neuer auf… tja, so einen Aufstand zu sabotieren, ist halt kein Kinderspiel und wie der Episodentitel schon prophezeit hat: ein neues Bündnis und die alten Feinde kommen später.
BPC erzählt Jamie kurz, wie die Partnerschaft mit dem Comte aussieht: Er wird 10.000 Pfund Sterling in eine Weinlieferung des Comte investieren und von dem Gewinn, der beim Verkauf erwirtschaftet wird, kann er beginnen, Schiffe und Waffen für den Jakobitenaufstand zu erwerben. Jamies Aufgabe in diesem Geschäft ist es, Abnehmer für die Ware zu finden.
Als BPC „Ich führe euch alle vor die Tore Londons und zu unserem Sieg.“ sagt, ist Jamies Gesichtsausdruck einfach unbezahlbar. Ich glaube, ihm fallen gleich die Augen aus und man kann seine Gedanken, über diesen Dummkopf eines Prinzen erahnen. Jamie greift zum Glas und mir fällt dazu nur ein: „Mark me, aber Alkohol ist keine Lösung, mein Freund James.“
BPC hat für Jamie ein Treffen bei Maison Elise, wo auch sonst, mit dem Comte arrangiert, bei dem sie alles weitere besprechen sollen, denn ihn interessiert das alles nicht. 

Kleine Randnotiz:
Welches Problem hat eigentlich BPC, dass er Jamie immer ins Gesicht fassen muss? Das ist mir beim Zuschauen schon zuwider. Außerdem hat er in dieser Szene, in der Originalfassung, nur zweimal „Mark me“ gesagt. Wie soll denn da ein gutes Trinkspiel draus werden, wenn man nicht gerade Bing-Watching macht?

Claire und Alex
Man sieht Claire und Alex durch einen Park wandern und er dankt ihr für ihre Hilfe bei seiner Entlassung aus der Bastille und ich denke nur, Gott sei Dank, hat sie den Brief am Ende doch nicht verbrannt.
Claire spricht ihn auf seine bevorstehende Heirat mit Mary und, nach einem seiner schrecklichen Hustenanfälle, auch auf seinen schlechten Gesundheitszustand an. Sie hält ihm vor Augen, dass er Mary nichts bieten kann und sie etwas Besseres verdient hat. Man kann ihr anmerken, dass ihr das eigene Verhalten zuwider ist, denn sie stockt bevor sie das zu ihm sagt.
Claire versucht ihn mit ihrer Aussage, „Sie liebt sie auch sehr, doch irgendwann wird sie darüber hinweggekommen sein.“ zu trösten und ich schüttel entsetzt den Kopf. Oh Claire, wirklich? Das meinst Du doch nicht ernst, oder? Wird Mary genauso darüber hinwegkommen, wie Du Jamies Verlust bilderbuchhaft verarbeiten wirst und darüber auch nach zwanzig Jahren nicht hinwegkommst?
Alex hat in dieser Szene mein aufrichtiges Mitgefühl, denn ihm bleibt auch nichts erspart. Er ist immer so nett und zuvorkommend zu allen und was hat ihm das gebracht? Er hat BJR als Bruder, musste für den DoS arbeiten, wurde in der Bastille eingesperrt und für Marys Vergewaltiger gehalten. Und dann sagt ihm Claire auch noch, dass er nicht gut genug für Mary ist, weil er kein Geld hat und bald ein Pflegefall sein wird. Mein Herz blutet mit seinem, als er sich niedergeschmettert von Claire verabschiedet und ich schwöre, ich habe, als er seinen Hut aufsetzt, sich umdreht und geht, in seinen Augen gesehen, dass in diesem Moment sein Herz in tausend  Stücke zersprungen ist. Armer, armer Alex!
Dann stellt Claire in ihrem Voice Over mit den Worten „Sein Herz zu brechen, brach auch meines. Alex und Mary liebten sich sehr und ich musste ihnen ihr Glück rauben, doch mir blieb keine Wahl.“, nochmal klar, dass sie wirklich ein überaus schlechtes Gewissen hat und im Hintergrund läuft leise das Frank Theme.
Sorry Claire, aber an dieser Stelle ist es das erste Mal in all den 20 Jahren, die wir uns schon kennen, dass ich Dich wirklich für das, was Du da machst, verurteile und es nicht nachvollziehen kann. Ich finde, dass hier die Serienverantwortlichen leider ein bisschen über ihr Ziel hinausgeschossen sind, denn Buch Claire hätte so etwas nie gemacht, never ever.

Bei Maison Elise
Ich frage mich wirklich, ob es in Paris keine Tavernen oder Gasthäuser gibt oder warum sich die halbe Welt immer in einem Bordell treffen muss?
Der Comte und Jamie machen aus ihrem Abscheu füreinander keinen Hehl und ich finde es eine überaus gelungene Idee von Richard Kahan, dem Drehbuchautor dieser Folge, dass sich keiner von beiden dazu herablässt, die Sprache des anderen zu sprechen.
Jamie bezichtigt den Comte, sowohl für den Giftanschlag auf Claire als auch für den Überfall auf Claire und Mary, verantwortlich zu sein, worauf der Comte nur antwortet, dass er an Jamies persönlichen Angelegenheiten nicht interessiert ist. Es so herrlich Jamie in dieser Situation einfach mal nicht politisch korrekt zu erleben, sondern, dass er genau zeigt, wie sehr ihm der Comte zuwider ist.
Sie besprechen kurz die weitere Vorgehensweise mit der Ware, dann steht der Comte auf, wirft in seiner überheblichen Comte Art Jamie ein paar Münzen auf den Tisch und geht. Diese herablassende Arroganz gepaart mit absolutem Desinteresse an seinem Gegenüber und einem Hauch Mystischen als Kombination mit Kaltschnäuzigkeit….ich liebe den Comte! Und Ron & Co. hätten, in meinen Augen, keinen besseren als Stanley Weber dafür finden können.

Bei den Frasers zu Hause
Jamie erläutert Claire den Plan vom Comte und BPC und sie suchen einen Weg, um zu verhindern, dass BPC an den Erlös aus dem Weingeschäft kommt. Jamie macht einen Witz, dass man ein weiteres Mal ein Schiff vom Comte mit Pocken infizieren müsste, damit die Ladung und das Schiff verbrannt werden und Claire findet Jamies Idee gar nicht schlecht. Sie sagt, dass es Kräuter gibt, die es so aussehen lassen, als ob die Crew an Pocken leiden würde und sie sich morgen darum kümmert.
Dann schenkt Jamie Claire eine Box mit zwölf Apostel Löffeln und erklärt ihr, dass er Jenny kurz nach ihrer Ankunft in Paris über Claires Schwangerschaft informiert hat und sie ihm die Löffel, die echte Familienerbstücke sind, für das Baby geschickt hat. Oh mein Gott, dieses Geschenk ist, mit dem Wissen, was die Zukunft für das Baby bringt, noch ergreifender. Claire ist sichtlich gerührt, über das Geschenk und wahrscheinlich auch über Jamies „Interesse“ am Baby, da sie ihm ja im Streit in Folge 204 vorgeworfen hat, dass er nicht an das Baby denken würde. Offensichtlich hat sie sich geirrt!
Claire teilt Jamie ihre Ängste mit, keine gute Mutter zu sein. Sie weiß zwar, wie man ein Baby zu Welt bringt, es füttert und umsorgt, wenn es krank ist, aber sie kann sich nicht an ihre eigene Mutter erinnern. Jamies Antwort darauf ist toll: „Was du nicht kannst, wirst du lernen. Wir werden es lernen, gemeinsam.“, wobei die Betonung in dieser Aussage auf „GEMEINSAM“ liegt. Dann sagen sie sich das erste Mal seit Folge 112, dass sie sich lieben, Jamie nennt Claire „Mon nighean donn“ und ich schwebe in einer rosaroten Jamie-und-Claire-haben-es-endlich-geschafft-Wolke dahin, begleitet vom Jamie und Claire Theme.

Kleine Randnotiz:
Dies hier ist einer dieser tollen Jamie und Claire Momente, die ich im Buch so liebe und die in der Serie einfach oft aus Zeitgründen zu kurz kommen. Claire kann Jamie jetzt endlich an ihren Sorgen und Ängsten, in Bezug auf die Schwangerschaft und das Baby, teilhaben lassen und er kann, nach seinem psychischen Wendepunkt in der letzten Episode, endlich für sie da sein. Ihre Beziehung und ihr Vertrauen zueinander steht, trotz allem was in den letzten Monaten passiert ist, auf einem festen Fundament und das werden sie für die Ereignisse in den nächsten Folgen auch brauchen.

Garten von Versaille
Eine großartige Location mit einem wundervollen und herrlich angelegtem Garten.
Die Szenen für die “Petite Stables” in Versailles wurden im Garten von Gosford House gedreht und mit visuellen Effekten in die “Petite Stables” umgewandelt.
http://www.outlandercommunity.com/insideoutlander/video/episode205/vfx01.mp4

Nicht nur Claire hat sich in ihrem “Dressage Dress” in Schale geworfen, sondern Jamie sieht auch sehr schick aus und er trägt das erste Mal am Hof Kilt. Mir fällt auf, dass sein Mantel beigefarben und nicht dunkel, wie in den Folgen zuvor ist und da sich Terry immer etwas bei ihren Kostümen denkt, nehme ich an, dass sich seine hellere Stimmung auch in seiner Kleidung widerspiegelt.

DoS und Jamie
Man nehme Claires Morgenübelkeit, kombiniere diese mit dem Geruch von Pferdemist und füge dann noch eine gute Portion DoS Charme hinzu. Kein Wunder, dass Claire sich mit Unwohlsein entschuldigt und sich selbst aus der Situation entfernt. Vielleicht hätte auch schon allein die Anwesenheit vom DoS für ihr Unwohlsein gereicht.
Jamie schaut sich für den DoS einige Pferde an und für den DoS war die Dinnerparty keine verschwendete Zeit, da er erkennen konnte, was für ein Mann hinter BPC steckt oder auch nicht steckt. Der DoS bezeichnet BPC als einen „einfältigen Esel“.
Es macht wirklich Spaß, Jamie und den DoS dabei zu beobachten, wie sie beide zwar auf den ersten Blick dasselbe Thema, nämlich Pferde und deren Körperbau, besprechen, aber auf den zweiten Blick offensichtlich doch nicht. Ob Jamie wohl realisiert, dass der DoS niemals wirklich echtes Interesse an den Pferden zeigt, sondern nur Jamie fast schon lüsternd betrachtet. Zugegeben, er sieht in seinem Kilt und dem beigen Mantel auch zum Anbeißen aus.
Ich liebe den DoS und er wird so toll von Simon Callow gespielt: immer ein bisschen drüber und immer ein bisschen sarkastisch, aber nie zu viel. Ich liebe alles an ihm, Mimik, Gestik und in der unsynchronisierten Fassung seine Stimme und Stimmlage.

Annalise de Marrilac
Claire trifft auf Annalise, die sie zu einem Spaziergang einlädt und an Claires Gesicht erkennt man, wie begeistert sie ist, mit der Ex ihres Mannes, für die er auch noch ein Duell gewonnen hat, einen netten Spaziergang durch die Gärten von Versaille zu unternehmen. Annalise merkt an, wie sehr sich Jamie verändert hat und dass Claire ihn von einem Jungen zu einem Mann gemacht hat. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Annalise ihre Bemerkungen als Kompliment oder als Kritik meint, obwohl ich mir diese Szene bereits fünf Mal angeschaut habe.
Annalise bemerkt einen gutaussehenden Mann, der Claire die ganze Zeit anstarrt. Claire dreht sich um und wir sehen die “Untimely Resurrection” in Form von BJR, der auf sie zugeht.

Kleine Randnotiz:
Mir stellt sich die Frage, wie es BJR geschafft hat, so schnell von England nach Frankreich zu kommen, da er ja mit dem DoS wegen Alex sprechen möchte. Zwischen dem Angriff auf Mary und dem Zusammentreffen in Versaille dürften nur ein paar Tage vergangen sein. Vielleicht ist er auch zusammen mit dem DoS gekommen und war schon da oder…keine Ahnung. Ist auch eigentlich egal, da ist da und Auferstehung ist Auferstehung!

Claire und BJR
BJR erstes Wort ist “Claire” und mir läuft es bei dieser überaus persönlichen Anrede eiskalt den Rücken runter. BJR scheint wohl nach Wentworth der Meinung zu sein, dass er über Jamie mit Claire so verbunden ist, dass er sie mit Vornamen anreden darf. Wirklich creepy!
Im ersten Moment, als BJR da so steht und „Claire“ sagt, hätte ich schwören können, dass es Frank ist. Mag es an den ordentlichen Haaren oder an dem weicheren Gesichtsausdruck liegen, den er in diesem Moment hat. Erst im nächsten Augenblick, wenn er dann seinen Hut zieht, seine Haare unordentlicher sind und sich sein Gesichtsausdruck verändert, ist er wieder BJR für mich.
Ich kann mir nicht anders helfen, aber ich bin immer wieder fasziniert, was Tobias Menzies mit seinem Gesicht und seiner Mimik macht, denn Frank sieht nicht aus wie BJR und umgekehrt.
Claires Panik und Unbehagen ist nicht zu übersehen. BJR fragt: „Jamie? Er ist hier? Wo?“ und noch bevor Claire sich eine Ausrede einfallen lassen kann, sieht es BJR in ihrem Gesicht und in ihrer Reaktion. Kann ihm mal bitte jemand dieses süffisante Grinsen aus dem Gesicht schlagen? Überredet, ich mach es!

Die Begegnung zwischen Jamie, Claire und BJR ist so ganz anders als im Buch und nachdem Claire bereits in Episode 202 erfahren hat, dass BJR lebt, hatte ich schon Sorge, dass die Überraschung, Spannung und unterschwellige Bedrohung, die in dem Wiedersehen der Frasers mit ihrem Erzfeind Nummer eins liegt, verloren geht. Aber die Serienmacher haben mir mal wieder das Gegenteil bewiesen und ich muss gestehen, dass Ron & Co. nicht umsonst so erfolgreich sind, denn sie wissen fast immer, was sie tun. Diese Konfrontation mit BJR ist anders als ich erwartet habe, aber drehbuchtechnisch und filmisch sehr beeindruckend umgesetzt und ich liebe diese gesamte Szene von Anfang bis Ende.
BJR ist so ruhig, sortiert und überlegt, so wie in Folge 106. Und er ist ehrlich überrascht und begeistert, dass das Schicksal Jamie und ihn wieder zusammen gebracht hat, dass er vor Freude fast ausflippt. Ich fühle mich bei seinem Monolog über Zufälle und göttliche Fügung so wie Claire aussieht und würde mich am liebsten übergeben.
Seinen Monolog, der mit den Worten „Das ist unglaublich. Das Schicksal spielt uns einen Streich. Es schickt uns auf anscheinend unterschiedliche Wege, die sich dennoch irgendwann kreuzen, an besonderen Orten, an die kein Menschen denkt.“ beginnt, wird immer wieder durch Claires Fluchtversuche unterbrochen und man sieht ganz genau, je öfter sich BJR Claire in den Weg stellt, desto panischer wird sie.

Jamie, Claire, BJR und der König
Plötzlich, mitten im Satz, sagt BJR, „Der König.” und Claire antwortet mit „Scheiß auf den König.“, nur um sich umzudrehen und genau diesem gegenüber zu stehen.
Der König scheint sich gut an Claire erinnern zu können, da hat sie mit dem „Roten Kleid“ wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen und es ist auch klar, dass sein Interesse an Claire über das normale Maß hinausgeht. Erinnert Ihr Euch noch an den Blick, den er ihr in Folge 202 beim Hofball zugeworfen hat? Liebe NBL, als BL sage ich Euch, vergesst das nicht, es kommt wieder!
Er ist sehr höflich und verhält sich ihr gegenüber sehr rücksichtsvoll. Ich bin wirklich erstaunt, was für sensible Antennen er hat und dass ihm, obwohl er Claire erst einmal gesehen hat, sofort auffällt, dass sie sich total unwohl in der Gegenwart von BJR fühlt.
Es beginnt eine kurze und unbehagliche Konversation zwischen dem König, BJR und Claire, ehe der König zu BJR sagt: „Oh, welch` Glück sie haben, da kommt Lord Broch Tuarach.“ und Jamie hinter der Gruppe auftaucht. Wenn man genau hinschaut, dann sieht man ihn schon eine ganze Zeit lang unscharf im Hintergrund immer näher kommen.
Ich halte in diesem Moment die Luft an und denke, was Jamie jetzt machen wird, wie er sich verhält und ob jetzt gleich das Chaos ausbricht oder ob er, genauso wie im Buch, sehr selbstbeherrscht ist.
Jamie tritt aus dem Hintergrund hervor und verbeugt sich vor dem König, wendet sich verbal an BJR, kann ihn aber nicht ansehen.
Habt Ihr bemerkt, wie BJR an sein Schwert fasst, als Jamie auftaucht und wie Claire die ganze Szene über Jamies Arm festhält, um ihn zu unterstützen und auch zurückzuhalten?
Es folgt eine kurze Konversation zwischen Jamie und BJR, die auf den ersten Blick wohl als leicht daher kommt, aber wenn man genau hinhört, kann man die unterschwellige Anspannung und die vielen Andeutungen heraushören. „Ich hörte, Sie hatten eine unglückliche Begegnung mit einem Schaf, nicht wahr?“…“Nun, es waren Rinder.“
Ob BJR`s Antwort, dass er ab und an, wenn es kälter draußen ist, Schwierigkeiten hat aus dem Bett auszusteigen, wohl auf Jamies „Schwierigkeiten“ anspielt, die er in Wentworth hatte, als er noch nicht einmal mehr in der Lage war, sich von der Pritsche zu erheben, sondern auf den Boden fällt und dort liegen bleibt? 
Die Kamera fängt sehr gut den leicht verwirrten Gesichtsausdruck des Königs ein, wenn sich Jamie und BJR in ihrem Dialog die Bälle immer wieder zuwerfen, aber er merkt, dass mehr als ein Gespräch über Schafe und Rinder dahintersteckt. König Louis greift Claires und Jamies Antipathie auf und behandelt BJR wie den Dreck unter seinen Schuhen, obwohl er gar nicht weiß warum. Aber er scheint offenbar Gefallen daran zu finden und ich finde diese Eigenschaft, dass der König mit seinen Händen ganze Sätze spricht, ohne auch nur ein Wort zu sagen, einfach nur grandios. Glückwunsch an Lionel Lingelser für so viel Handgeschicklichkeit!
Wenn man bedenkt, was es Jamie wohl an Überwindung und Stärke kostet, seinem Peiniger erneut und unvorbereitet gegenüber zu treten, zeigt er hier eine enorme Selbstbeherrschung und meiner Meinung nach kann man in dieser Szene gut sehen, dass BJR Jamie fast zerstört hätte, er aber absolut keine Macht mehr über ihn hat.
Der König sagt, dass BJR auf seinen Knien für seinen Bruder bitten soll und BJR guckt erst komplett verwirrt und angewidert, aber kniet dann vor dem König nieder. Der König erntet bei mir ganz viele Bonuspunkte, weil er zwar nicht den Grund kennt, warum Jamie und Claire BJR gerne erniedrigt sehen wollen, er es aber trotzdem macht. Ich denke, dass es für Jamie in dieser Situation eine Genugtuung sein muss, BJR auf seinen Knien zu sehen und wenn man genau hinschaut, scheint es, als ob Jamie, in dem Moment, in dem BJR vor dem König kniet, mit starken Emotionen kämpft (achtet auf sein Gesicht), vielleicht erinnert ihn diese Situation an sein knien und flehen in Wentworth.

Verabredung zum Duell
Claire entschuldigt sich mit Unwohlsein beim König und ich denke, dass er ihr das auch sofort abkauft, so wie sie aussieht. Jamie begleitet sie, sichtlich besorgt um sie und das Baby, aber als er erfährt, dass alles gut ist und sie ihn nur von BJR weglocken wollte, dreht er um und geht zurück.
Claire ist in Panik und atmet heftig und man sieht Jamie im Hintergrund mit BJR reden, aber leider können wir, so wie Claire auch, kein Wort dieser Unterhaltung verstehen.
Dann geschieht für mich das Unfassbare. BJR legt seine Hand auf Jamies Brust, genau an die Stelle, an der er wollte, dass Jamie sich das Brandmal zufügt. Jamie bleibt aber ruhig und lässt diese Berührung ungerührt über sich ergehen. Ich bin nicht so entspannt wie Jamie und bin so angewidert dass ich am liebsten gerufen hätte: „Du alter, widerlicher, perverser Typ. nimm Deine dreckigen Hände von Jamie und zwar sofort!
Jamie kommt zurück und erklärt Claire, dass er BJR zum Duell herausgefordert hat und dieser angenommen hat. Jamies Aussage, dass BJR ihm einen Tod schuldet, ruft sofort Erinnerungen an die Eröffnungsszene von 116 hervor, wie Jamie blutend, nackt und sichtlich gequält auf der Pritsche liegt und BJR anfleht: „Du schuldest mir einen Tod. Bitte!“

Claire und Jamie sitzen in der Kutsche und sind auf dem Heimweg. Jamies leichtes Grinsen und Claires entsetzter Gesichtsausdruck, kontroverser kann so eine gemeinsame Fahrt in einer Kutsche gar nicht sein. Die Kutsche hält in Jareds Hof, Jamie steigt aus und begrüßt Fergus mit den Worten, dass heute ein wundervoller Tag sei. Claire beschließt nicht auszusteigen und fährt wieder los, mit der Bastille als Ziel.

Kleine Randnotiz:
An alle BL: Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass jetzt gleich Dougal MacKenzie um die Ecke kommt. Schade!

Jamie und Murtagh
Jamie und Murtagh sitzen in Jamies und Claires Schlafzimmer und besprechen das Duell. Jamie ist in einer sehr gelösten, lockeren, fast überschwänglichen Stimmung und Murtagh warnt ihn, dass er BJR nicht unterschätzen soll.
Claire taucht auf und sagt, dass es kein Duell geben wird, da sie BJR als einen der Angreifer angegeben hat und führt als erstes Argument an, warum sie gegen das Duell ist, dass sie sich um Jamies Sicherheit sorgt. Murtagh versucht Claire zu beruhigen und sagt, dass das Duell an einem sicheren Ort stattfindet, wo niemand Jamie verhaften wird. Tja, und wenn eine Notlüge nicht hilft, dann muss sie wohl mit der Wahrheit raus. Sie bittet Murtagh zu gehen, denn das was sie mit Jamie zu besprechen hat, sei privat. Ich denke, dass sie vielleicht etwas zu harsch zu ihm ist, aber sie hat BITTE gesagt und ist in dieser Situation sichtlich aufgelöst und weiß nicht, was sie als nächstes machen soll. Von daher denke ich, dass Murtagh ihr nicht böse sein wird.

Kleine Randnotiz:
Ist Euch aufgefallen, dass Jamies Ringfinger die ganze Zeit über steif ist, als er diese Fingerübungen macht, während er mit Murtagh spricht. Das ist bestimmt keine einfache Sache es während einer Szene permanent zu beachten. Gut gemacht, Sam!
Des Weiteren hat Jamie hier eine Nachbildung des Balls, den Claire ihm im Buch gemacht hat, um durch Fingerübungen mit diesem seine Beweglichkeit der Finger zu verbessern. Oh, wie ich es liebe, wenn mir diese kleinen Buchdinger auffallen.

One Year
Ich finde, dass man diese ergreifende und emotional durchaus schwierige Szene kaum besser in der Serie hätte umsetzen können. Danke an Richard für das großartige Drehbuch und die viele buchnahen Dialoge, an Douglas für die Regie in dieser ausdrucksstarken Szene und natürlich an Sam und Cait, ohne deren schauspielerisches Talent diese Szene niemals so einzigartig, emotionsreich und herzergreifend gewesen wäre.
Claire versucht Jamie zu erklären, dass er BJR wegen Frank nicht töten kann. In Jamies Gesicht erscheinen 1.000 Fragezeichen: „Frank?“ Jamie scheint erst gar nicht zu verstehen, was sie von ihm will und als Claire ihm den Familienstammbaum der Randalls erklärt, ist er selbstverständlich nicht verständnisvoll. Auch Claires Argument, dass Frank unschuldig ist, macht ihn nicht verständnisvoller, sondern nur noch wütender. Seine Aussage: „Ich kann sehr viel mehr ertragen als die meisten, das wird niemand bestreiten. Aber muss ich immer für die Schwächen anderer einstehen. Kann ich nicht auch schwach sein?“ unterstreicht diese innere Aufruhr noch und auch sein wütender Gesichtsausdruck, als er Claire diese Worte förmlich entgegenschleudert. Ich wüsste auch gern, was er danach in Gälisch sagt und dank der deutsche Synchronisation weiß ich es jetzt auch, vorausgesetzt sie haben es richtig übersetzt.
Jamie kann Claires Bitte nicht verstehen, denn sie war da, sie hat mit eigenen Augen gesehen, was BJR ihm angetan hat und dann stellt er sie vor die Wahl, BJR oder er.
Claire bittet ihn um ein Jahr Aufschub für BJR, sie fleht ihn an, aber nichts hilft und dann zieht sie die A…karte: „Du schuldest mir ein Leben.“ und im Hintergrund wird das Jamie und Claire Theme eingespielt.
Cait interpretiert in dieser Szene Claires Zweifel und Verzweiflung sehr bewegend und realistisch.
Jamie und sie haben gerade erst wieder zueinander gefunden, freuen sich endlich gemeinsam auf ihr Baby und blicken ihrer Zukunft das erste Mal nach Wentworth positiv entgegen.
Jamies Reaktion ist einfach herzergreifend, sein Gesichtsausdruck den Tränen nahe, so unendlich fassungslos, verzweifelt und traurig.

„Gütiger. Gott, Claire. Willst Du mich daran hindern, Rache zu nehmen an dem Mann, der mich zu seiner Hure gemacht hat? Der Mann, der in meinen Albträumen hauste und in unserem Bett. Der mich fast dazu trieb, mir das Leben zu nehmen.“

Jamie als Ehrenmann bezahlt seine Schulden immer und er wendet sich an Claire und fragt sie, ob es das ist, was sie will, dass er sie mit BJR`s Leben für sein Leben bezahlen soll. Sie anwortet mit „Ja“ und Tränen rollen ihr über das Gesicht. Dann küsst Jamie sein Schwert und schaut Claire dabei verachtend an und willigt ein, BJR ein Jahr und keinen Tag länger zu verschonen.
Jamies Zweifel, seine Empörung, seine Wut, sein Gefühl, von Claire verraten worden zu sein und sein Ringen mit seiner Ehre sind in dieser Szene so großartig durch Sams Performanz auf den Bildschirm transportiert worden. Wie muss sich Jamie fühlen, jetzt, wo ihn Claire, der Mensch, der für seine Seele einen Unterstand und ein Dach gegen den Regen gebaut hat, ihn verraten hat. Mir bricht es das Herz, wenn seine Stimme bricht und sich seine Augen mit Tränen füllen. Meine übrigens auch.
Wenn er Claire das Leben von BJR für ein weiteres Jahr verspricht und er damit seine Schuld begleicht, die er angeblich in Claires Augen bei ihr hat, stellt er wieder einmal in seinem Leben seine Bedürfnisse, seine Wünsche und seine Gefühle hinten an.

Claire ist erleichtert und ich finde, wir können in ihrer Mimik sehr gut sehen, dass es sie quält, von Jamie diesen Aufschub zu fordern, weil sie sein Leiden über die letzten Monate mitbekommen hat. Aber sie kann nicht anders. Mag sein, dass Jamie ihre Motivation, Frank zu beschützen, versteht, aber es macht ihn und auch mich sehr betroffen, dass sie Frank vor Jamie stellt, obwohl sie genau weiß, was BJR ihm angetan hat.
Auch schon im Buch fand ich es moralisch falsch, dass Claire die Tatsache, dass sie Jamies Leben gerettet hat, dazu benutzt eine Schuld von ihm einzufordern, denn a) hat sie es ganz ohne Gegenleistung selbstlos aus Liebe gemacht und b) hat Jamie Claire auch schon drei Mal gerettet (vor BJR in Fort William, Crainesmuir und Wentworth) und wenn ich die Hochzeit mitzähle sogar vier Mal….also stellt sich mir die Frage, wer hier wem etwas schuldet. Ich glaube, dass Jamie es am meisten verletzt, dass Claire etwas einfordert, was zwischen ihnen selbstverständlich sein sollte, nämlich sich für den anderen zu opfern, so wie er sich für sie in Wentworth geopfert hat.
Ich hasse es, dass Claire Jamie um so etwas bittet und es von ihm einfordert. Ich habe es im Buch schon gehasst und ich hasse es jetzt auch hier, in der Serie. Ich kann Claires Gründe nachvollziehen, aber so wie Jamie auch, kann ich nicht verstehen, wie sie solch einen Verrat an ihm begehen kann und ich kann seine Enttäuschung, Wut und seinen Schmerz voll und ganz nachempfinden. 
Wie kann Claire Jamie um einen Aufschub für seine Rache an BJR bitten? Sie weiß genau, was er Jamie in Wentworth angetan hat, sie hat Jamies körperliche Wunden versorgt, hat ihn fast an seinem seelischen Schmerz zerbrechen sehen, hat ihn mit BJR Dämonen monatelang kämpfen sehen und hat ihm letztendlich ein Dach für seine Seele gebaut. Wie kann sie ihn also darum bitten und von ihm sein Leben einfordern? Claire weiß ganz genau, dass sie dabei ihre gemeinsame Zukunft mit Jamie und ihr gemeinsames Glück riskiert. Aber das Wichtigste an dieser ganzen Situation ist, Claire ist sich bewusst, dass sie Jamie verletzt und ihn furchtbar enttäuscht und sie nimmt das alles für Franks Sicherheit in Kauf. Sie nimmt, genau wie Jamie, ihre Verantwortung für die Menschen, die ihr wichtig sind, ernst und Frank, ihre erste Liebe, ist an dieser ganzen Situation unschuldig und kann am allerwenigsten dafür. Ich denke, dass sie sich für Franks Tod schuldig fühlen würde, wenn sie Jamie nicht aufhält und das würde immer zwischen Jamie und ihr stehen. Eine erschütternde, aber auch mutige Wahl und Entscheidung.
Ich frage noch einmal: Wie kann sie nur Jamie um einen Aufschub bitten? Wie kann sie es nicht?

Claire möchte Jamie berühren, doch er sagt: „Rühr mich nicht an.“ und schaut sie mit einem Ausdruck von, ich würde fast sagen, Abscheu an. Ich hätte niemals gedacht, dass Jamie Claire jemals so anschauen könnte, wie er es in den letzten 30 Sekunden dieser Folge getan hat.
Diese Szene im Buch zu lesen war schon sehr berührend, aber jetzt Jamies Reaktion darauf zu sehen und ihm seine Gefühle aus dem Gesicht lesen zu können, macht diese noch tragischer und herzergreifender. Ich muss an dieser Stelle das wiederholen, was ich so oft zu Folge 115 und 116 aus der letzten Staffel gesagt habe: Etwas zu lesen oder etwas zu sehen sind wirklich zwei verschiedene Paar Schuhe.
Jamie senkt seinen Blick und dreht sich von Claire weg. Er verlässt nicht den Raum und in der letzten Einstellung sehen wir Jamie und Claire, wie sie zwar im selben Raum sind, aber nicht nur räumlich, sondern auch emotional so weit auseinander stehen, wie es nur eben geht.
Eine sehr ausdrucksstarke Art mit dieser Kameraeinstellung diese starke Folge zu beenden.


Ich war sehr überrascht dass die Folge dort endete wo sie endet, weil sie für mich so mittendrin in der Szene aufgehört hat und ich fühle mich jetzt, als hänge ich buchstäblich eine Woche in der Luft. Wie können die Serienverantwortlichen uns mit so einem schlechten Gefühl eine ganze Woche warten lassen? (Anm.d.R.: Gut, dass Vox die Folgen als Doppelfolge sendet, Ihr müsst nur bis nach dem nächsten Werbeblock warten und das ist auch schon lang.)

Ich kann es nicht erwarten, die nächste Folge zu sehen, denn auch für mich als BL ist es immer wieder eine Überraschung und eine Freude, wie die Serienverantwortlichen Dianas Story auf den Fernseher bringen. Jede Woche denke ich, es kann nicht besser werden, aber ich werde immer eines Besseren belehrt. Die Serie ist nicht wie meine Lieblingsbücher, sie ist keine Wort für Wort Übersetzung jedes einzelnen Kapitels, sie ist eine Interpretation der Bücher und was die Serienmacher Woche für Woche mit Dianas Buchmaterial machen, ist und bleibt für mich ein Wunder. 

@ Yvonne Pirch 08.05.2016 / 21.09.2016


Inside the World of Outlander Folge 205https://www.starz.com/video/7f3e7deb48b146cf8e80d712d4c88b19
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