Von Maria Stuart über die Glorious Revolution bis zum Act of Union oder Wie es zum letzten Jakobitenaufstand 1745 kommen konnte

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Von Maria Stuart über die Glorious Revolution bis zum Act of Union
oder
Wie es zum letzten Jakobitenaufstand 1745 kommen konnte

 

König James (Jakob) I.
(* 19. Juni 1566, † 27. März 1625, Regentschaft: 1603 bis zu seinem Tode 1625)

James I. (lateinisch Jakob) wurde am 19. Juni 1566 als Sohn von Maria Stuart, Königin von Schottland, und ihres zweiten Mannes Henry Stewart, in Edinburgh geboren. Er wurde auf den Namen Charles James getauft. Als seine Mutter ein Jahr später abdanken musste, wurde Charles James als Säugling zum schottischen König James VI. ernannt. Er verbrachte seine Kindheit im protestantischen Haushalt des Earl of Mar und während der ersten fünf Jahre seiner Regentschaft wurde der minderjährige König von Schottland von mehreren aufeinanderfolgenden Anhängern vertreten. Erst nach 1572 kam es unter der Führung von James Douglas, dem 4. Earl of Morton, zu etwas Stabilität.
Im Jahre 1586 schloss James VI. von Schottland im Vertrag von Berwick ein Bündnis mit England gegen Spanien.
Am 20. August 1589 heiratete er Anna von Dänemark, die Tochter des Königs Friedrich II. von Dänemark.
Als Elisabeth I., Königin von England, 1603 kinderlos starb, wurde James, als Ururenkel des ehemaligen englischen Königs Heinrich VII., zum König James I. von England und von Irland gekrönt. Damit begann die Herrschaft der Stuarts auch in diesen beiden Ländern. Die Königreiche Schottland und England waren jetzt unter einer Krone vereint, aber sie waren de facto eigenständig, mit ihren eigenen Gesetzen und Verwaltungsbehörden. James war von Anfang an bemüht, diese unbeständige Personalunion von England und Schottland zu festigen und hauchte dem bis dahin überwiegend geographisch verwendeten Begriff Großbritannien politisches Leben ein. So bestimmte er den Union Jack, eine Mischung aus dem englischen Georgskreuz und dem schottischen Andreaskreuz, zur gemeinsamen Flagge Großbritanniens und begann von Süd- und Nordbritannien, anstatt von England und Schottland zu sprechen. Sein Ziel war eine baldige Verschmelzung von England und Schottland zu einem Land, aber weder im englischen noch im schottischen Parlament fand sich für James Vorhaben eine Mehrheit.
Im Jahre 1611 erschien das erste Mal die von James in Auftrag gegebene King-James-Bibel, die erste Übersetzung der Bibel in die englische Sprache, die bis heute immer noch bei englischsprachigen Christen in Gebrauch ist.
1622 eskalierten die Differenzen, die James die ganze Zeit seiner Regentschaft über mit dem englischen Parlament hatte und am 8. Februar löste er das englische Parlament auf. Während seine Regentschaft als König von England widersprüchlich beurteilt wurde, war er in Schottland als König sehr erfolgreich und beliebt.
König James I. von England und James VI. von Schottland  starb am 27. März 1625.
Sein jüngerer Sohn Charles I. (dt. Karl I.) wurde sein Thronnachfolger, da James ältester Sohn Heinrich bereits 1612 gestorben war.

 

König Charles I.
(* 19. November 1600, 30. Januar, 16, Regentschaft: 1625 bis zu seiner Hinrichtung 1649)

Als Sohn von König James I. von England wurde Charles mit dem Tod seines Vaters am 27. März 1625 zum König Charles I. von England, Schottland und Irland ernannt.
Am 13. Juni 1625 heiratete er Henriette Marie de Bourbon, die katholische Tochter des französischen Königs Heinrich IV. und Maria de’ Medici.
Die Konflikte zwischen dem König und dem Parlament, die schon zur Zeiten der Regentschaft seines Vaters bestanden, setzen sich unter Charles I. als König fort. Es wird vermutet, dass Charles, wie auch sein Vater, ein Verfechter der Theorie des Gottesgnadentums war.
Seine Versuche im Sinne des Absolutismus gegen das Parlament zu regieren, löste letztendlich den Englischen Bürgerkrieg von 1642 bis 1649 aus und wurde zwischen Anhängern König Charles I. und denen des Parlaments ausgetragen. Da die parlamentarischen Truppen im Sommer 1646 in England die Oberhand hatten, war er gezwungen, aus England zu fliehen. Er begab sich nach Newcastle in Schottland und befahl am 16. Juni 1646 allen noch vorhandenen königlichen Garnisonen die Waffen niederzulegen. 1647 lieferten die Schotten Charles I. an das englische Parlament aus, aber er nutzte die zwischen der Armee und dem Parlament herrschenden Spannungen aus, um die Schotten auf seine Seite zu ziehen.
Letztendlich wurde die schottische Armee bei Preston besiegt und die Parlamentarier brachten alle Ortschaften, die die Royalisten zurückerobert hatten, wieder unter ihre Kontrolle. So endete 1649 der Englische Bürgerkrieg. Das Parlament ordnete auf Bestreben von Oliver Cromwell, der vor dem Bürgerkrieg ein einfacher Abgeordneter des Unterhauses und im Bürgerkrieg erst Organisator, dann erfolgreicher Feldherr der Parlamentsarmee war, den Prozess gegen Charles I. an. Am 30. Januar 1649 wurde König Charles I. von England und Schottland enthauptet.

Die Folge des Englischen Bürgerkrieg war die Abschaffung der Monarchie. England wurde zur Republik, zum sogenannten Commonwealth. Die Republik wurde ohne Oberhaus vom Rumpfparlament regiert und der Puritanismus wurde zur vorherrschenden Religion, was sich insbesondere für die Katholiken nachteilig auswirkte. Die ausgerufene Republik wurde 1653 von einer puritanischen Militärdiktatur unter Oliver Cromwell als Lordprotektor abgelöst. 1658 starb Cromwell und sein unfähiger Sohn Richard, der ihm als Lordprotekor folgte, dankte 1658 ab. Im Jahre 1660 wurde die Monarchie wiederhergestellt.

 

König Charles II.
(* 29. Mai 1630; † 6. Februar 1685, Regentschaft: 1660 bis zu seinem Tod 1685)

Nach der Hinrichtung seines Vaters König Charles I. und der Abschaffung der Monarchie in England war Charles II., dem eigentlichen rechtmäßigen Erben, der Thron Englands verwehrt. Er wurde aber am 1. Januar 1651 in Scone zu König Charles II. von Schottland gekrönt. Dort fand er auch die notwendige Unterstützung, um gegen den englischen Lordprotektor Oliver Cromwell vorzugehen. Sein Kampf gegen Cromwell scheiterte am 3. September 1651 mit seiner Niederlage in der Schlacht von Worcester.
Charles versteckte sich in der Krone einer Eiche, die auf dem Grundstück des Boscobel House stand und konnte so verkleidet auf den Kontinent fliehen. Das englische Parlament setzte ein Kopfgeld von
£ 1. 000 auf ihn aus. Er war zwar König von Schottland, musste aber in Frankreich im Exil leben.

Nach dem Tod von Cromwell und der Abdankung seines Sohnes, als dessen Nachfolger als Lordprotektor, wurde am 30. Januar 1649 wieder die Monarchie in England ausgerufen und das englische Parlament verlieh Charles am 29. Mai 1660 offiziell die Königswürde. Er wurde somit König Charles II. von England und Schottland und Irland.
Die Wiederherstellung der Monarchie, auch Restauration genannt, wurde zu einer der bedeutenden Epochen Englands. König Charles II. gilt als der letzte englische König, der den Absolutismus wieder ins Leben rief und der charismatisch über sein Land herrschte.
Da Charles unverheiratet war und viele illegitime Kinder mit verschiedenen Frauen, aber keinen legitimen Thronfolger hatte, heiratete er, um die Thronfolge sicherzustellen, am 31. Mai 1662 Katharina von Braganza, eine portugiesische Prinzessin, die eine strenggläubige Katholikin war.
Nachdem London 1665 von der Großen Pest, einer verheerenden Pestepidemie, heimgesucht wurde, die über 70.000 Menschenleben forderte, verwüstete auch noch im September 1666 der Große Brand weite Teile der City of London und zerstörte 13.000 Häuser und 89 Kirchen. Die Engländer machten für diese Katastrophen Katharina, die Ehefrau von Charles II., und ihren katholischen Glauben verantwortlich. Sie fürchteten sich vor der Kinderlosigkeit dieser Ehe, denn, solange Charles keinen legitimen Erben hatte, war der nächste Thronanwärter Charles jüngerer Bruder James, der Duke of York. James hatte sich aber schon vor einiger Zeit zum katholischen Glauben bekannt. Sein Glaube beschwor bei den meisten Protestanten ein Horrorszenario hervor, denn sie fürchteten, dass sich mit einem katholischen Herrscher auf dem Thron, die Protestantenverfolgung der englischen Königin
Maria I.
wiederholen könnte. Charles wurde nahegelegt sich von Katharina scheiden zu lassen und seinen erstgeborenen Sohn, James Scott, der 1. Duke of Monmouth, zu legitimieren. James Scott war zwar „nur“ sein illegitimer Sohn (seine Mutter war die walisische Adelige Lucy Walter, eine der zahlreichen Mätressen von König Charles II.), aber er war Protestant und hätte so die protestantische Thronfolge in England sichergestellt. Charles weigerte sich jedoch seine Ehe scheiden zu lassen und er weigerte sich auch ausdrücklich, seinen Sohn James vom Parlament als Thronfolger bestätigen zu lassen.
Am 6. Februar 1685 starb Charles unerwartet und nach kurzer Erkrankung an einer Harnvergiftung. Kurz vor seinem Tod trat er zum katholischen Glauben über, was nahelegt, dass er sich nur aus politischen Gründen offiziell zum protestantischen Glauben bekannt hatte.
James, der jüngere Bruder von König Charles II., wurde zum Thronnachfolger seines Bruders. James war nicht nur König von England und Schottland, sondern fast noch wichtiger, er war der Großvater von Charles Edward Stuart, der in die Geschichte als Bonnie Prince Charles und Anführer des zweiten Jakobitenaufstands eingangen ist.

König Charles II. hinterließ zwar keine legitimen Nachkommen, da, wie bereits erwähnt, die Ehe mit Katharina kinderlos blieb. Aber er hinterließ eine große Anzahl an illegitimen Kindern, die er alle offiziell anerkannte und adelte. Seine bekanntesten Nachkommen unserer Zeit sind Diana, Princess of Wales und Camilla, Duchess of Cornwall.

 

König James II. 
(* 14. Oktober 1633; † 16. September 1701, Regentschaft: 1685 bis zu seiner Absetzung 1688)

James II. (lateinisch Jakob II.) wurde am 14. Oktober 1633 im St. James’s Palace in London, als dritter Sohn von König Charles I. von England, Schottland und Irland, und Königin Henrietta Marias, Tochter Heinrichs IV. von Frankreich, geboren. Er war als jüngerer Bruder von König Charles II. sein Thronnachfolger und der Großvater von Charles Edward Stuart. König James II. war der letzte katholische König aus dem Hause Stuart auf dem Thron Großbritanniens.
James suchte während des Englischen Bürgerkrieges und nach der Hinrichtung seines Vaters, König Charles I., Zuflucht in Frankreich und kehrte an der Seite seines Bruders Charles, der am 29. Mai 1660 zum König Charles II. von England, Schottland und Irland gekrönt wurde, nach England zurück.
Obwohl er an erster Stelle der Thronfolge nach seinem Bruder stand, war es unwahrscheinlich, dass er tatsächlich dessen Nachfolge antreten würde, da König Charles II. noch jung, unverheiratet und bereits Vater einiger illegitimer Kinder war.
James heiratete heimlich, am 24. November 1659, Lady Anne Hyde, die Tochter von Edward Hyde, des 1. Earl of Clarendon, der die Exilregierung seines Bruders Charles II. leitete.
Im Jahre 1668 oder 1669 konvertierte James zur katholischen Kirche. Sein Bruder König Charles II. war mit dem Konfessionswechsel nicht einverstanden und verlangte, dass seine Neffen und Nichten als Protestanten erzogen wurden. Daher wurden die acht Kinder von James, die er zusammen mit seiner Frau Anne hatte, protestantisch erzogen. Von den acht Kindern erreichten aber nur Mary und Anne das Erwachsenenalter.
Trotz alldem erlaubte ihm sein Bruder, als James erste Ehefrau Anne 1671 gestorben war, 1673 die katholische Prinzessin Maria Beatrix von Modena zu heiraten. Manche Engländer glaubten, dass die neue katholische Herzogin von York eine Agentin des Papstes gewesen sei. James folgte seinem Bruder Charles II. auf den Thron, da die Ehe zwischen ihm und seiner Frau kinderlos geblieben war und er wurde am 23. April 1685 in der Westminster Abbey gekrönt.

Zunächst gab es nur wenig offenen Widerstand gegen den neuen Herrscher und viele konservative Anglikaner unterstützten ihn sogar. Das neue Parlament, das im Mai 1685 zusammen trat, schien ihm wohlgesonnen. Aber im Laufe seiner Herrschaft änderte sich die Stimmung in England und König James II. war nicht mehr so beliebt, wie zum Anfang seiner Regentschaft. Sowohl die Tatsache, dass James ein König mit katholischen Glauben war, als auch seine Überzeugung von der Gottesgnade seines Königtums, machten ihn beim englischen Volk und Parlament immer unbeliebter.
Er 
war während seiner Regentschaft immer zwei Konflikten ausgesetzt: Zum einen gab es in England immer wieder Unstimmigkeiten zwischen Protestanten und Katholiken. Die Protestanten hatten, die nicht ganz unbegründet Sorge, dass der Papst und Anhänger der katholischen Kirche England wieder katholisch machen wollten. James II. war Katholik und er brachte wieder Katholiken in höhere Ämter, wodurch sich die damalige hauptsächlich protestantische Elite bedroht fühlte. Zum anderen war da der immerwährende Konflikt zwischen Parlament und Monarchie, zum Beispiel, wer welche Steuern erheben oder wer welche Gesetze erlassen durfte.
Er erließ am 12. Februar 1687 für Schottland und am 04. April desselben Jahres für England die „Declaration of Indulgence“. Es war ein erster Schritt in Richtung Religionsfreiheit sowohl in England als auch in Schottland, denn mit der Erklärung wurden die verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen, ob nun katholisch oder protestantisch, toleriert. Weiterhin löste König James II. im Herbst desselben Jahres das protestierende Parlament auf und besetzte viele öffentliche Ämter mit seinen katholischen Glaubensgenossen. Die Engländer akzeptierten ihn als katholischen König im protestantischen England nur noch, weil sie davon ausgingen, dass eine seiner protestantischen Töchter, Mary oder Anne, die aus der Ehe mit seiner ersten Frau Lady Anne Hyde stammten, ihm auf dem Thron folgen würde.
Aber dann brachte am 10. Juni 1688 König James II. zweite Frau Maria von Modena, im St. James Palast in London, einen Sohn zur Welt. Als einziger lebender Sohn von König James II. war James Francis Edward Stuart Thronanwärter für den schottischen und englischen Thron. James Francis Edward Stuart wurde von seinen Anhängern später auch „The Old Pretender“ („der alte Thronanwärter“) genannt und war kein geringerer, als der Vater von Charles Edward Stuart. Da Maria von Modena eine strenggläubige Katholikin war und ihre Kinder selbstverständlich im katholischen Glauben erzogen wurden, fürchtete ein Großteil der englischen Führungsschicht eine dauerhafte katholische Herrschaft in England. 

Bald nach der Geburt von James tauchten Gerüchte auf, dass er nicht der legitime Sohn von König James II. sei und seine Halbschwestern Mary und Anne waren wohl auch vom Wahrheitsgehalt dieser Gerüchte überzeugt. Nur knapp drei Wochen nach seiner Geburt, am 30. Juni 1688, baten sieben britische Anhänger des Hofadels James Schwiegersohn, Wilhelm von Oranien, der mit James ältester Tochter Mary verheiratet war, in einem Brief um eine Invasion Englands. König James II. unterschätzte die Bedrohung, die von Seiten seines Schwiegersohnes ausging, der am 5. November 1688 im Südwesten Englands gelandet war. Wilhelm von Oranien gewann schnell die Sympathie der Engländer. Nach nur zwei kleineren Auseinandersetzungen zwischen den beiden gegnerischen Armeen und einigen antikatholischen Unruhen in mehreren Städten, brach James Armee, vor allem wegen der fehlenden Entschlossenheit von Seiten des Königs und zahlreichen Desertationen von Soldaten, zusammen. Anstatt seinen Thron zu verteidigen, ergriff König James II., zusammen mit seiner Familie, die Flucht und ging nach Frankreich ins Exil. Mitte Dezember zog Wilhelm in der „Glorious Revolution“ kampflos und umjubelt in London ein.
Der gestürzte König James II. blieb Zeit seines Lebens im Exil und starb am 16. September 1701 im Saint-Germain-en-Laye, eine französische Stadt im westlichen Einzugsbereich von Paris.

 

James Francis Edward Stuart
( * 10. Juni 1688, † 01. Januar 1766)

Nachdem seine Familie, nach dem Sturz seines Vaters König James II., nach Frankreich ins Exil gegangen war, wuchs James im Schloss Saint-Germain-en-Laye gemeinsam mit seiner jüngsten Schwester Louisa Maria auf und wurde vom französischen König Ludwig XIV. als rechtmäßigen englischen und schottischen Thronfolger anerkannt. So bildete sich in Frankreich und auch in Schottland eine Gruppe, die seinen Vater und seine Anwartschaft auf den Thron unterstützten. Seine Anhänger bezeichneten sich selber als Jakobiten, da Jakob der lateinische Name für James ist.
Nach dem Tod seines Vaters James II. wurde er 1701 von seinen Anhängern als Jakob III. von England und Jakob VIII. von Schottland zum König ausgerufen.
Im März 1708 wollte James bei Firth of Forth landen, um seine Thronansprüche gegen die herrschende Königin Anne, die ja seine Halbschwester war, geltend zu machen. Doch wegen seines katholischen Glaubens wurde er abgelehnt und als Anne starb, wurde nach dem „Act of Settlement“ von 1701 Georg von Hannover 1714 zum König George I. von Großbritannien und er begründete die Hannoversche Linie des britischen Königshauses.

Nach dem Tod von Ludwig XIV. übersiedelte der jakobitische Exilhof 1719 nach Rom. 
Am 3. September 1719 heiratete James Francis Edward die Enkelin Johanns III. von Polen, Maria Clementina Sobieska. Aus dieser Ehe stammten zwei Söhne. Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie oder auch „The Young Pretender“), der im Namen seines Vaters den zweiten Jakobitenaufstand von 1745 bis 1746 anführte und sein Bruder Henry Benedict Stuart, der später Kardinal und Bischof von Frascati wurde. James selbst verließ Rom selten und wurde fast sein gesamtes Leben über von Agenten der englischen Krone überwacht.
James Francis Edward Stuart starb am 1. Januar 1766 in Rom und erhielt nach seinem Tod ein offizielles Staatsbegräbnis. Zusammen mit seiner Frau und seinen Söhnen ist er im Petersdom bestattet.

 

Die Regierung Englands nach der „Glorious Revolution

Die Ehe von König Wilhelm III. und Königin Mary II. blieb kinderlos und Wilhelm heiratete auch nach Marys Tod, am 28. Dezember 1694, sie war gerade erst 32 Jahre alt, nicht erneut.
Da für den Fall, dass sowohl Wilhelm III. als auch seine Schwägerin Anne, als seine Thronerbin ohne leibliche Nachkommen sterben würden, immer die Gefahr bestand, dass der entthronte katholische König James II. oder seine Nachkommen den Thron wieder für sich einfordern würden und dann mit James III. oder seinem Erben ein katholischer König Großbritannien regieren würde, erließ das englische Parlament 1701 den „Act of Settlement“. Unter anderem regelte dieses Gesetz, dass im Falle des Todes von Wilhelm III. und Anne ohne leibliche Nachkommen, das Recht der Thronfolge auf Sophie von der Pfalz und ihre Nachkommen übergehen würde. Sophie von der Pfalz stammte durch ihre Mutter Elisabeth Stuart von König James I. ab. Das Haus Hannover wurde im “Act of Settlement” als gemeinsame Herrscherdynastie festgeschrieben. Das schottische Parlament war mit diesem Erbfolgegesetz absolut nicht einverstanden und weigerte sich diesem zuzustimmen. Aber durch Androhung von unter anderem Handelsbeschränkungen, die Schottland wirtschaftlich erheblich geschadet hätten, bewegte man das schottische Parlament doch zur Zustimmung.
Nach dem Tod von König Wilhelm III., am 19. März 1702, folgte ihm seine Schwägerin Anne, die zweite Tochter des gestürzten König James II., auf den Thron. Sie war seit 1683 mit Georg von Dänemark und Norwegen verheiratet, der 1708 starb. Anne regierte als Königin Anne I. von England und Schottland von 1702 bis 1714.
Ab 1706 wurde Schottland massiv vom englischen Parlament zu einer vollständigen politischen Union mit England gedrängt. Die Schotten befürchteten, dass es bei einer Weigerung zu ökonomischen Nachteilen kommen würde und so nahm das schottische Parlament das Angebot der Engländer an. 1707 wurden England und Schottland durch den „Act of Union“ zum Königreich Großbritannien vereinigt und ab dem 01. Mai 1707 wurde Anne zur ersten Königin Großbritanniens. Das Parlament Englands wurde in das Parlament Großbritanniens umgewandelt und an der Grenze zwischen England und Schottland wurden keine Zölle mehr erhoben. Allerdings wurde das englische Recht nicht auf Schottland übertragen.
So wie Anne die erste war, war sie aber auch die letzte, die letzte britische Königin aus dem Hause Stuart, denn aus ihrer Ehe mit Prinz George erlebte keines der Kinder das Erwachsenenalter und somit starb Königin Anne am 01. August 1714 ohne einen Erben.

Da jetzt der Fall der Fälle eingetroffen war, wurde Georg Ludwig, der Sohn der verstorbenen Sophie von der Pfalz zum König Georg I. von Großbritannien ausgerufen und zum ersten Mal betrat ein Hannoveraner den britischen Thron. Es gab zwar eine Reihe von Personen, um genau zu sein nicht weniger als 57, die mit dem regierenden englischen Königshaus näher verwandt waren, doch diese waren allesamt katholischen Glaubens.

 

Die Folgen der „Glorious Revolution“

Was die Engländer bei der “Glorious Revolution” nicht bedacht hatten, war, dass sie nicht nur den englischen König verjagt hatten, sondern auch den Schottischen und die Schotten waren absolut nicht mit einem protestantischen König einverstanden. Somit legte die “Glorious Revolution” und in dessen Folge die Absetzung des, in den Augen der Schotten, rechtmäßigen Königs Schottlands, den Grundstein für die späteren Jakobitenaufstände.
Auch der “Act of Settlement” von 1701 und der “Act of Union” von 1707 bestärkten die Schotten, vor allem die in den Highlands, in ihrem Bestreben politisch, wirtschaftlich und glaubenstechnisch wieder von England unabhängig zu sein, denn die Schotten fühlten sich zur Zustimmung zu beiden Abkommen von den Engländern gezwungen und wollten wieder einen katholischen König auf dem Thron Schottlands haben.
Bei allen Jakobitenaufständen 
ging um Glauben und Macht, die klassischen Gründe für Krieg. Den Stuart ging es um vor allem um Macht und ein bisschen um Glauben, den Schotten um Freiheit von England und um einen katholischen König. Man darf aber nicht glauben, dass alle Schotten auf der Seite der Jakobiten standen, denn die großen schottischen Städte, vor allem die in den Lowlands, hielten eher zu den Briten.

In den sechzig Jahren nach der Absetzung König James II. folgten insgesamt fünf Versuche seiner Anhänger, den sogenannten Jakobiten, ihn bzw. seine Nachkommen wieder auf den britischen Thron zu setzen. Dabei gab es in den Jahren 1689, 1715 und 1745 drei größere Aufstände.

Während des Jakobitenaufstand von 1689 bis 1692 fand unter anderem die bekannte Schlacht von Kilikrankie statt, bei der ca. 3.000 Jakobiten die englische Armee von rund 4.000 Mann mit einem vernichtenden Highland Charge besiegten. Das wohl vielen bekannte Massaker am Clan MacDonald von Glencoe, das während des ersten Jakobitenaufstands im Jahre 1692 stattgefunden hat, war politisch motiviert. Der englische König Wilhelm III. wollte ein Exempel statuieren und zeigen, was den Angehörigen der Clans passieren würde, die sich weigerten ihm den Treueeid zu leisten. So überfielen britische Regierungstruppen in den frühen Morgenstunden des 12. Februar 1692, die zumeist noch schlafenden Familien des Clan MacDonald in ihren Katen und töteten 38 Männer des Clan MacDonald. Circa 40 Frauen und Kinder erfroren entweder auf der Flucht oder in den nächsten Tagen, da die Regierungstruppen ihre Häuser niederbrannten. Von der äußerst brutale Vorgehensweise der Engländer verschreckt, hatten alle jakobitischen Clan Chiefs bis zum Frühjahr 1692 König Wilhelm III. von England die Treue geschworen. Somit beendete das Massaker von Glencoe den ersten Jakobitenaufstand auf schottischen Boden.

Von 1715  bis 1716 versuchte, der 1689 abgesetzte und ins Exil nach Rom geflohene, König James II. seinen Thron durch einen neuen Aufstand zurückzubekommen. Dieser Aufstand ist auch unter dem Namen “The Fifteen” oder die „Lord Mar’s Revolte“ bekannt. Die wohl bekannteste Schlacht während dieses Jakobitenaufstandes ist die von Sheriffsmuir, in der 12.000 Jakobiten gegen 6.000 Briten kämpften. Die Schlacht war lange Zeit unentschieden, aber zum Ende hin begann Mar einen Kreis um Argylls Truppen zu ziehen. Die Briten hatten während des Kampfes 660 Männer verloren, dreimal so viele wie Mar. Aber dieser gab seinen Männer keine Befehle weiter gegen die britischen Soldaten vorzurücken, weil er vielleicht der Meinung gewesen ist, dass er die Schlacht bereits gewonnen hatte und zog sich nach Perth zurück.
Am selben Tag, an dem die Schlacht von Sheriffsmuir stattfand, ergab sich die Stadt Inverness den Briten und eine kleinere Einheit Jakobiten wurde bei Preston besiegt.
Am 22. Dezember ging James Stuart (“The old Pretender”´), der Vater von BPC, in Peterhead, an der Ostküste Schottlands, an Land. Er erreichte Perth am 09. Januar 1716. Zu diesem Zeitpunkt bestand, die noch bei Sheriffsmuir knapp 12.000 Mann starke Armee nur noch aus ca. 5.000 Jakobiten. Argylls Truppen hingegen hatten sich mit schwerer Artillerie ausgestattet und rückten schnell vorwärts. Mar befahl zwischen Perth und Stirling einige Dörfer niederzubrennen und konnte Argylls Armee den Nachschub stehlen. Am 30.Januar verließen die Jakobiten Perth und am 05. Februar verließ James Stuart unverrichteter Dinge von Montrose aus, das südlich von Aberdeen liegt, Schottland.
Viele jakobitische Gefangene wurden für den versuchten Verrat zum Tode verurteilt. Mit dem „Indemnity Act“ 1717 wurden im Juli alle, die an dem Jakobitenaufstand teilgenommen hatten, begnadigt. Nur der Clan MacGregor war explizit von der Begnadigung ausgenommen. So auch der heutige schottische Nationalheld Rob Roy MacGregor, der der Sohn des Chieftain Donald Gregor of Glengyle war. Die Bezeichnung Roy kommt vom gälischem Wort Ruadh, das Rot bedeutet und bezieht sich auf die Haarfarbe von Robert Roy MacGregor.

Der letzte Jakobitenaufstand, der von August 1745 bis April 1746 dauerte und für die Jakobiten in der Katastrophe von Culloden endete, war der letzte Versuch des Hauses Stuart den britischen Thron für sich zurück zu gewinnen. Er wurde von Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charlie), dem ältesten Sohn von James Francis Edward Stuart, der wiederum der Sohn des letzten Stuart Königs James II. war, angeführt.

@ Yvonne Pirch 05.10.2016
@ Foto präsentiert von Caledonian Cult Collection https://www.facebook.com/CaledonianCultCollection/

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Wie es mit dem Jakobitenaufstand 1745 – 1746 weiterging, erfährst Du hier:
Teil 1: Von der Landung Charles Edward Stuart in Schottland bis zur Schlacht von Prestonpans http://wp.me/p7I1JG-9j
Teil 2: Die Schlacht von Prestonpans (Teil 2): http://wp.me/p7I1JG-9q
Teil 3: Von Prestonpans bis fast vor die Tore Londons http://wp.me/p7I1JG-au

Teil 4: Vom Rückzug nach Schottland bis zum Culloden Moor http://wp.me/p7I1JG-av


Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_I._(England)
https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_II._(England)
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_I._(England)
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_II._(England)
https://de.m.wikipedia.org/wiki/James_Francis_Edward_Stuart
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Englands
http://www.historic-uk.com/HistoryUK/HistoryofScotland/The-Jacobite-Revolts-Chronology/
https://en.wikipedia.org/wiki/Jacobite_rising_of_1715
https://en.wikipedia.org/wiki/Massacre_of_Glencoe
http://www.myhighlands.de/highlands-wissen/der-jakobitenaufstand-grausames-ende-romantische-verklarung/