Der Jakobitenaufstand 1745 – 1746: Die Schlacht von Prestonpans (Teil 2)

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Der Jakobitenaufstand 1745 – 1746:
Die Schlacht von Prestonpans 


Am 20. September trafen Copes Truppen auf die Vorhut der Jakobitenarmee. Cope entschied in der Nähe des Ortes Prestonpans, ca. 17 km südöstlich von Edinburgh, Stellung zu beziehen. Er 
postierte seine Armee mit dem Rücken zum Meer, so dass vor der Frontlinie ein Moor lag. Seine Kanonen ließ Cope hinter die niedrige Böschung eines Transportweges, der durch das Schlachtfeld verlief, aufstellen. BPC stellte seine Jakobitenarmee auf der anderen Seite des Moores, außer Schussweite von Copes Artillerie auf. Da keine der Armeen durch das sumpfige Marschland, das zwischen ihnen lag, in der Lage war, anzugreifen, standen sie sich also auf dem Feld bei Prestonpans unverrichteter Dinge gegenüber, nur durch das Moor getrennt. Die britischen Truppen besaßen die weit bessere Ausgangslage. Ein frontaler Highland Charge von Seiten der Jakobiten wäre ein Selbstmordkommando gewesen, da die Jakobiten in dem sumpfigen Boden festgesteckt hätten und von den Musketen und Kanonen der Briten wortwörtlich in Stücke gerissen worden wären. 
Der jakobitische Leutnant Robert Anderson (in der Serie Richard Anderson) war der Sohn eines ortsansässigen Bauern und kannte die Gegend wie seine Westentasche. Er informierte Lord George Murray, einer von BPC Generälen und Ratgebern, über einen versteckten Pfad, der durch das Marschland führte und über den die Jakobiten ungesehen zu den Briten  gelangen konnten. Lord Murray mobilisierte in der Nacht vom 20. auf den 21. September 1745, gegen 04:00 Uhr morgens, die gesamte jakobitische Armee
, um sie über diesen Pfad durch den Sumpf zu führen und die Truppen von General Cope durch einen Angriff im Morgengrauen zu überraschen. Das war bestimmt kein leichtes Unterfangen ca. 3.000 bewaffnete Highlander lautlos ca. 350 Meter (400 Yards) über einen Pfad zu führen.
Um einen Überraschungsangriff zu verhindern, ließ Cope abends Feuer vor seiner Frontlinie brennen und postierte nachts nicht weniger als 200 Dragoner und 300 Infanteristen zur Verteidigung. Aber das alles half nichts. Am 21. September um 06:00 Uhr tauchten die Jakobiten wie von Zauberhand mit einem wilden Highland Charge aus dem dicken Nebel auf, der frühmorgens an diesem Tag herrschte. Die Jakobiten trafen auf die ungeschützte und völlig überraschte linke Flanke von Copes Truppen und sowohl seine Artillerie als auch seine Kavallerie ergriffen die Flucht, woraufhin Copes gesamte Armee auseinanderbrach und überrannt wurde. Eine Zeichnung bezüglich der Schlachtformation findet Ihr hier: http://www.britishbattles.com/images/prestonpans/map.gif
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ope schaffte es, in diesem Chaos irgendwie einige Kanonen zu positionieren, aber die Jakobiten griffen weiter unerschrocken an. Die Mitte der jakobitischen Frontlinie geriet in dem sumpfigen Boden ins Stocken und als sich die Männer weiter vorwärts bewegten, formierte sich, aufgrund des unterschiedlichen Tempos, unfreiwillig ein „V“. Die Flügel dieses „V’s“ trafen auf die kampfunerfahrenen Dragoner der Briten und diese flohen auf der Stelle. Auch bewirkte diese ungewollte Formation der Jakobiten, dass die britischen Fußsoldaten, die sich nun im Zentrum des „V’s“ befanden, eingekesselt waren. Die Verluste unter ihnen waren zahlreich und der Rest von ihnen floh.
Die Schlacht war in weniger als 15 Minuten vorüber, mit ca. 300 Gefallenen und 400-500 Verwundeten auf Seiten der Briten. Die Jakobiten nahmen zwischen 1.400 und 1.500 britische Soldaten gefangen und hatten selber „nur“ etwa 30- 40 Tote und 70-75 Verwundete zu beklagen. BPC bestand darauf, dass die britischen Gefangenen die beste Pflege, die möglich war, bekommen sollten.

Drei Kompanien der Jakobiten wurden während des nächtlichen Angriffs nach Cockenzie, ein Ort ca. 2 km von Prestonpans entfernt, geschickt, um das Nachschublager von Copes Armee zu überfallen. Die Jakobiten brachten Copes Nachschub in ihre Hände und das, ohne einen Schuss abfeuern zu müssen. Sie erbeuteten £ 5.000, viele Musketen und Munition.

General Cope entkam, zusammen mit 175-200 seiner Soldaten der Schlacht und ritt an der Spitze der flüchtenden Armee in Berwick-upon-Tweed ein. Er wurde später als der General verspottet, der die Nachricht seiner eigenen Niederlage überbracht hat. Der schottische Folksänger Adam Skirving widmete Copes Niederlage das bekannte Volkslied „Hey, Johnnie Cope, Are Ye walking yet?“.
Nach einem solchen vernichtenden und einfachen Sieg über die Briten glaubte BPC, dass er und seine Highlanderarmee unschlagbar sei und fühlte sich in seiner Annahme bestätigt, dass es Gottes Wille wäre, dass sein Vater der rechtmäßige König Englands werden sollte. Also richtete sich sein Blick südlich, nach England und BPC marschierte mit seiner auf ca. 5.000 Mann angewachsenen Jakobitenarmee in England ein. (Fortsetzung: http://wp.me/p7I1JG-au)

@ Yvonne Pirch 07.10.2016
@ Foto präsentiert von Caledonian Cult Collection https://www.facebook.com/CaledonianCultCollection/

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Weitere historische Informationen zum Jakobitenaufstand von 1745 – 1746 findest Du hier:
Wie es zum letzten Jakobitenaufstand 1745 kommen konnte: http://wp.me/p7I1JG
Teil 1: Von der Landung Charles Edward Stuart in Schottland bis zur Schlacht von Prestonpans http://wp.me/p7I1JG-9j
Teil 3: Von Prestonpans bis fast vor die Tore Londons http://wp.me/p7I1JG-au
Teil 4: Vom Rückzug nach Schottland bis zum Culloden Moor http://wp.me/p7I1JG-av


Quellen:
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Jacobite_risings
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Jacobite_rising_of_1745
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Prestonpans
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Prestonpans
https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobiten#Der_Zweite_Jakobitenaufstand_.28the_Forty-Five.29
http://www.clan-cameron.org/battles/1745.html