Vorfreude ist die schönste Freude – 428 Tage Droughtlander

 

In letzter Zeit hat mich mein normales Leben oft von dem abgehalten, was mit Beginn von Staffel 2 zu meiner Leidenschaft geworden ist: meine Blogbeiträge über und rund um Outlander. Aber so kurz vor dem langersehnten Beginn der 3. Staffel wird es meines Erachtens Zeit, mich zurückzumelden.

Genauso wie Ihr habe ich mich in den 428 Tagen Droughtlander ab und an damit beschäftigt, was ich in Staffel 3 sehen möchte und vor allem sehen muss, wie wohl die Buchinhalte aus Dianas drittem Buch „Ferne Ufer“ umgesetzt werden und ob mich die Serie diesmal auch wieder überraschen wird – begeistern wird sie mich ohnehin.
Ich kann Euch sagen, meine Erwartungen sind hoch, denn zum einen hat Outlander mit seinen ersten beiden Staffeln den Maßstab einer Buchverfilmung auf ein Level gebracht, das es meiner Meinung nach so noch nie im TV gegeben hat. Zum anderen enthält Band 3 in vielerlei Hinsicht Schlüsselszenen, die für den weiteren Verlauf der Geschichte extrem wichtig sind und den Grundstein zu dem legen, was hoffentlich nächstes Jahr mit Band 9 fortgesetzt wird, wie zum Beispiel Jamies freundschaftliche Beziehung zu Lord John, Jamies väterliche Beziehung zu Young Ian und selbstverständlich auch die wichtigste aller Beziehungen in der Outlander-Welt, nämlich die von Jamie und Claire. Ich kann es kaum noch erwarten, mit eigenen Augen zu sehen, wie Ron & Co. all diese Dinge vom Papier auf die Leinwand transportiert haben und viele meiner Lieblibgsszenen endlich zum Leben erweckt werden, denn auch wenn ich alle Bücher von Diana für ihre wundervolle Art zu Schreiben gleich liebe und es mir daher unmöglich ist, eines von ihnen als DAS Lieblingsbuch zu bezeichnen, beinhaltet „Ferne Ufer“ unterm Strich wahrscheinlich die meisten meiner Lieblingsszenen und -zitate.

Rückblickend auf die letzten beiden Staffeln haben mich 29 Folgen Outlander drei wichtige Dinge gelehrt: Vertrauen, Weitblick und Dankbarkeit.
Ich habe vollstes Vertrauen, dass meine Erwartungen auch diesmal nicht enttäuscht werden. Angefangen bei den Darstellern mit ihrem oft außergewöhnlichen Können über das Produktionsteam und die Drehbuchautoren bis hin zu den diversen Departements geben alle Beteiligten an Outlander zu jeder Zeit 1000%, um uns Fans glücklich zu machen und zufrieden zu stellen. Mit wie viel Hingabe und Liebe zum Detail auch diesmal wieder jedes Department an seiner Aufgabe gearbeitet hat, konnten wir bereits in den unzähligen kleinen Trailern sehen. Ich liebe jetzt schon das randallsche Haus in Boston und Jamies Höhle. Auch habe ich Hochachtung vor der Arbeit des Make-Up Departements, Jamie in diesen Höhlenmenschen zu verwandeln und die Kostüme, die wir bis jetzt zu sehen bekommen haben, schließen mit ihrer Schönheit und Aussagekraft dort an, wo sie in Staffel 2 aufgehört haben.

Mit Weitsicht meine ich, dass ich in den vergangenen 2 Jahren gelernt und vor allem verstanden habe, mal über den Teller- bzw. Bücherrand hinauszuschauen und den Drehbuchautoren auch ihre Interpretation der Dinge zuzugestehen. Wenn ich bedenke, dass, wenn sie sich immer strikt an die Buchvorlagen gehalten hätten, uns viele tolle Dinge entgangen wären, bin ich froh, dass im „Writers Room“ so viele kreative Köpfe sitzen. Spontan fällt mir Murtagh ein, dessen erweiterte Rolle ich in der Serie einfach großartig finde. In der Serie gibt so viele wundervolle Szenen, die nie in den Büchern thematisiert oder gezeigt wurden und die in meinen Augen eine wundervolle Geschichte noch wundervoller machen. Zum Beispiel die äußerst emotionalen Szenen zwischen Frank und Claire in Folge 201, wie Jamie seine Rolle als Anführer in Folge 209 annimmt und ausfüllt, die wundervoll choreografierte Schlacht von Prestonpans oder der letzte herzergreifende Tanz von Jamie und Claire am Craigh na Dun. All das hätten wir nicht gesehen, wenn sich die Drehbuchautoren strikt an die Handlung der Bücher gehalten hätten.
Von daher freue ich mich jetzt schon wahnsinnig darauf, endlich in „Echtzeit“ Claires gemeinsame Zeit mit Frank erleben zu dürfen und nicht nur als Erinnerungsfetzen zu lesen. Auch bin ich sehr gespannt, wie Jamies Leben nach Culloden filmerisch umgesetzt wird. Und selbstverständlich kann ich es kaum erwarten, Matts Interpretation der Print-Shop Szene zu sehen und ich weiß jetzt schon, dass ich in Begeisterungsstürme verfallen werde, aber erst nachdem ich den Taschentuchvorrat wieder aufgefüllt habe.

Auch haben mich 29 Folgen Outlander Dankbarkeit gelehrt, denn nach 20 Jahren in denen die Outlander-Charakter für mich fast wie Familienangehörige sind, diese endlich in Farbe sehen zu können, hat mich hin und wieder vor Erfurcht erstarren lassen.
Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass die Serie mir eine bessere bzw. realistischere Sichtweise auf die Dinge beschert hat. Da ich häufig daran scheitere, mir Gesichter nur durch Beschreibungen vorzustellen, bin ich sehr glücklich darüber, dass ich aufgrund der Serie endliche Jamie, Claire, Brianna, Roger, Frank etc. sehen kann. Den Unterton in einer Stimme zu hören und Emotionen wortlos nur durch Mimik oder Körpersprache wahrzunehmen, macht für mich das Buch-Erlebnis Outlander noch großartiger. Jamie, Murtagh und Roger und nicht zu vergessen Dougal und Colum mit schottischem Akzent sprechen zu hören und endlich zu wissen, wie ein schottisches „Aye“ klingt und über wie viele unterschiedliche gutturale Laute die gälische Sprache verfügt, haben mein Outlander-Universum vervollständigt.
Auch hätte ich mir Jamies Erlebnisse in Wentworth niemals so grausam vorstellen können und mich hätte auch nie sein leerer und todessehnender Blick aus der Anfangsszene aus Folge 116 tagelang verfolgt, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen und Jamies Flehen mit eigenen Ohren gehört hätte. Noch hätte der Sternenhimmel im „Star Chamber“ aus Folge 207 in meiner Fantasie so wundervoll ausgesehen, Claires Trauer um Faith wäre nicht annähernd so emotional und real gewesen, Claires „Rote Kleid“ wäre in meiner Vorstellung niemals so rot gewesen und Jamies und Claires Tanz an den Steinen hätten mich nicht zu Tränen gerührt, wenn ich all das nicht gesehen hätte.
Daher erwarte ich schon mit Spannung, Jamie nun auch in Wort und Bild (und ganz bestimmt auch mit vielen tränenfeuchten Taschentüchern) auf seinem bewegten und vor allem bewegenden Lebensweg begleiten zu dürfen. Ich und auch Ihr werdet Augenzeuge sein, wie Jamie nach dem Verlust von Claire in der Höhle, in Ardsmuir und auch anfänglich auf Helwater einfach nur überlebt und durch William einen neuen Sinn in seinem Leben finden wird. Ich freue mich wahnsinnig darauf, endlich Lord John mit den Augen begreifen zu können und in meiner Fantasie male ich mir schon jetzt das verheerende Schachspiel zwischen ihm und Jamie aus und kann vor meinem geistigen Auge fast detailgenau Jamies Gesichtsausdruck sehen, wenn Lord John ihn berührt und das alles nur, weil Sam Jamie Leben eingehaucht hat.
Ich glaube, wir alle sind mehr als gespannt auf die Print-Shop Szene und können es kaum erwarten, Jamie endlich in Echtzeit fallen zu sehen, seine 20-jährige Sehnsucht in seinem Gesicht zu lesen und Claires erste Berührung nach 20 Jahren live und in Farbe und vertont mitzubekommen.
Allein nur das Bild von Jamie und Claire aus der Wiedervereinigungsszene (Ihr wisst schon, das, das Sam erst versehentlich über Twitter geteilt hat) sagt mehr als 1000 Worte. Mich springt Jamies Unglauben und Sehnsucht förmlich an und Claires Erleichterung ist spürbar. Könnt Ihr auch hören, was Jamie in Claires Ohr flüstert?

»Ich habe dich so oft gesehen. … Du bist so oft zu mir gekommen. Manchmal im Traum. Als ich im Fieber gelegen habe. Als ich so voller Angst und Einsamkeit war, dass ich sicher war, dass ich sterben musste. Wenn ich dich gebraucht habe, habe ich dich immer gesehen, lächelnd, mit den Locken rings um dein Gesicht. Aber du hast nie etwas gesagt. Und du hast mich nie berührt.« (Kapitel 24 „A. Malcolm, Drucker“ aus „Ferne Ufer“ von Diana Gabaldon)

All das ohne Ton, ohne Bears Musik, ohne alles, einfach „nur“ ein Bild! Was wird das erst für ein emotionales Feuerwerk, wenn wir es sehen und hören werden.

Nach einem Jahr und 63 Tagen oder 62 Wochen oder 428 Tagen oder 10272 Stunden ist Droughtlander am 11. September 2017 um 19:15 Uhr für alle mit RTL Passion endlich vorüber (die amerikanischen Fans haben sogar noch einen Tag weniger zu warten).
Ich kann es kaum erwarten und zähle die Minuten. Die Macht von Bildern ist unbestritten und wie bereits schon unzählige Szenen aus Staffel 1 und 2 werden bald viele neue Bilder zu meiner Outlander-Welt hinzukommen. Diese werden mich für den Rest meines Lebens begleiten, genau wie Dianas Worte, die bereits seit mehr als 20 Jahren zu mir gehören.

Je suis prest für Staffel 3!

@ Yvonne Pirch 09.09.2017

P.S.: Nur noch zweimal schlafen 🙂

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