Episode 507: The Ballade of Roger Mac



Episode 507

“The Ballad of Roger Mac”

Drehbuch: Toni Graphia
Regie: Stephen Woolfenden

„Good luck’ will do. I love ye’ does
much better.”

(Jamie Fraser)

 

 

ACHTUNG: Der folgende Text enthält Spoiler. Nicht nur Spoiler zur Serie und der aktuellen Folge, sondern auch zu allen Büchern von Diana Gabaldon, die bis zum heutigen Datum erschienen sind.

Ich weiß gar nicht, wo ich mit den Komplimenten für diese Folge anfangen soll, denn sie ist wirklich perfekt und phantastisch und ich liebe sie, auch wenn es hart und schmerzlich ist, diese Episode anzuschauen, wissend was Roger widerfahren wird und unwissend, das wir uns am Ende dieser Folge schweren Herzens von einem geliebten Charakter trennen müssen. Mein Dank gilt Toni für dieses wundervolle und einfühlsame Drehbuch (meiner Meinung nach ihr Bestes nach „Faith“), Stephen Woolfenden für seine großartige Regie-Arbeit und natürlich allen Darstellern, die erst aus den Worten des Drehbuchs und den Anweisungen des Regisseurs diese Folge zu dem gemacht haben, was sie ist. Das ist Outlander! 

Kein Wunder, dass Sam in einem Interview diese Episode als seine Lieblingsfolge bezeichnet hat, denn es ist eindeutig Jamies Folge und sie gibt daher Sam die Möglichkeit, sein Talent in allen Facetten einzusetzen. Ich bin immer wieder erstaunt und fasziniert, dass er nicht nur seine Rolle spielt, sondern vor meinen Augen zu meinem Buch-JAMMF wird – vor allem in diesen kleinen Momenten, die eigentlich keiner großen Worte bedürfen, aber doch so wichtig sind, weil Sam in diesen Jamies Charakter erst richtig mit Leben füllt, denn er kann nicht nur kampfbereit in eine Schlacht laufen, sondern es ist seine einzigartige Mimik, die mich immer wieder ohne Worte dorthin mitnimmt, wo sich sein Charakter emotional gerade befindet. Sei es nun von Angst erfüllt im Gefängnis von Wentworth, wohl wissend, was Jamie in den nächsten Stunden an Unbeschreiblichen erwarten wird oder sei es am CnD, wenn Jamie den Verlust seiner Seelengefährtin betrauert oder wenn er in den Armen seiner Schwester zusammenbricht, weil sein Ziehsohn bei dem Versuch ihn zu schützen, seine Hand verloren hat oder wenn Jamies Herz zerbricht, weil er seinen Sohn für immer verlässt oder wenn er Young Ian bei den Mohawks zurücklassen muss oder aber auch, wenn Jamie nach zwanzig Jahren wieder der Liebe seines Lebens gegenübersteht und er das Wunder, dass er sie wieder berühren darf, nicht fassen kann. All diese verletzlichen Seiten sind der Grund, warum Jamie auf mich eine solche Anziehungskraft hat, denn nicht nur seine kämpferische, beschützende Seite zeigt seine Stärke, sondern alle diese kleinen Momente, in denen er Claire seine Gefühle und seine Schwächen offenbart, machen ihn aus, denn das sind die Augenblicke, in denen Jamie uns seine wahre Stärke zeigt, denn nur der, der einem Menschen so sehr vertraut, um seine Schwächen zuzugeben, ist wirklich stark. Letztendlich kann ich nichts anderes sagen, als dass wir OL-Fans mit Sam den Hauptgewinn gezogen haben, denn er sieht den Charakter von JAMMF so, wie er wirklich ist und kann durch sein unglaubliches Talent dieses auch eins zu eins auf den Bildschirm transportieren.

Nicht nur Sam, auch Cait ist in dieser Folge wieder einmal phantastisch und Toni hat für sie ein Drehbuch geschrieben, das unserer Buch-Claire alle Ehren macht. Angefangen über Jamies Geburtstagsparty über ihren Abschied von Murtagh bis hin zu dem Moment, wenn sie Roger finden, finde ich Dianas Claire in dieser Folge wieder. Aber mein absolutes Cait-Highlight in dieser Episode (wenn nicht sogar aller Folgen, die bis jetzt in dieser Staffel gezeigt wurden) ist der Moment, wenn sie Jamie in seinem Redcoat sieht und ihr ein “Jesus H. Roosevelt Christ” über die Lippen kommt. All das, was Claire in diesem Moment fühlt und das Mitleid und das Bedauern, das sie für Jamie empfindet, stehen ihr ins Gesicht geschrieben und sie weiß genau, dass nur sie Jamie Trost spenden kann und ihm Mut zusprechen muss. Ich bin wieder einmal sprachlos, wie Cait mit ihrem Gesicht so viel sagen kann, ohne ein einziges Wort zu verlieren.

Die für mich absolut größte Überraschung in dieser Folge ist die Rückkehr eines uns bekannten Schauspielers aus den ersten beiden Staffeln – Graham!! Wen darf ich für diese absolute Wahnsinnsidee umarmen und knutschen? Ich kann nicht glauben, dass das Produktionsteam und alle anderen, die an dem Entstehungsprozess dieser Folge beteiligt waren, es die ganze Zeit über geschafft haben, DAS unter Verschluss zu halten! Ich habe Graham nicht sofort erkannt, obwohl mir die Stimme irgendwie bekannt vorkam, da ich das Gesicht nicht ad hoc zuordnen konnte. Verraten hat er sich dann durch seine Nase, an der ich ihn auch in “Der Hobbit” erkannt habe. Hier findet ihr ein Interview mit Matt, in dem er ein bisschen über Graham als Buccleigh MacKenzie plaudert und auch erwähnt, dass sie ihn für seine Rolle digital etwas verjüngt haben.


The Ballade of Roger Mac” – ist wirklich wie eine Ballade, wie ein volkstümliches Gedicht, in der in mehreren Strophen jeweils eine eigene spannende Geschichte erzählt wird, die aber leider oft tragisch endet. 

The Ballade of Roger Mac – Happy Birthday
Die erste Strophe dieser Ballade nimmt uns mit an einen unbeschwerten Ort, an dem Jamie und Claire am Morgen des 01. Mai 1771 Jamies 50. Geburtstag feiern.
Die „Happy Birthday“ -Szene stammt fast wörtlich aus Kapitel 58 „Happy Birthday to You“ und sie ist perfekt und so, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Ganz besonders liebe ich, sowohl im Buch als auch in der Serie, Jamies “Bestandsaufnahme”. Sam und Cait haben wundervolle Arbeit geleistet, um das Buch-Erlebnis direkt auf den Bildschirm zu transportieren, denn sie haben uns das blinde Vertrauen und auch die Leichtigkeit in der Beziehung der Frasers gezeigt und wie dynamisch sich Alltagssituationen zwischen Jamie und Claire entwickeln können – angefangen über unbeschwerte Scherze, die sich dann zu einer ernsten Unterhaltung entwickeln bis hin zum körperlichen Ausdruck ihrer tiefen Gefühle zu- und ihrer Ergebenheit füreinander. Wahrscheinlich werden die Nicht-BL der Sequenz, in der Jamie seine linke Hand von allen Seiten betrachtet, nicht die gleiche Bedeutung beimessen können, wie wir BL. In den Büchern schaut sich Jamie oft seine Hand, die damals von BJR wortwörtlich zu Brei geschlagen wurde und die Claire mit all ihrer  Kompetenz gerettet und größtenteils auch wieder in ihrer Funktion hergestellt hat, an. In diesen Momenten überkommt ihn immer eine tiefe Dankbarkeit, dass Claire ihm damals sein Leben gerettet hat und seine demolierte Hand steht für alles, was Jamie und Claire in ihrem Leben auf sich genommen haben, damit sie diesen kostbaren Morgen zusammen erleben können. „The world and each day in it is a gift. No matter what tomorrow may bring, I’m grateful to see it.“ – sagt er zu Claire und es muss für ihn immer noch an ein Wunder grenzen, dass seine Seelenverwandte ein zweites Mal ihren Weg aus der Zukunft zu ihm gefunden hat.

The Ballade of Roger Mac – Die Schlacht von Alamance
Diese Strophe der Ballade handelt von der Schlacht von Alamance, in der wir miterleben müssen, wie Jamie wie schon vor fünfundzwanzig Jahren, für die Zwecke anderer in den Krieg zieht und diesmal nicht nur seinem Feind, sondern Freunden und einem ihm wichtigen Menschen seiner Familie gegenübersteht.
Wusstet ihr eigentlich, dass es zwischen beiden Schlachten wieder einmal diesen gabaldonischen Zufall gibt? Denn die Schlacht von Culloden fand am 16. April 1746 statt und die von Alamnace auf den Tag genau 25 Jahre und einen Monat später, nämlich am 16. Mai 1771. Wer von euch gerne mehr über diesen Kampf in North Carolina, der als Startschuss für den amerikansichen Unabhängigkeitskrieg gilt, lesen möchte, der findet Informationen über Wikipedia hier auf Deutsch oder etwas ausführlicher auf Englisch.
Mir haben die Schlachtszenen sehr gut gefallen, vor allem, wie der Kampf erst sehr geordnet und zivilisiert beginnt und die Armee der Briten zu Anfang noch in Reih und Glied steht, sich aber die Schlacht dann sehr schnell zu einem Scharmützel im Wald entwickelt, in dem die Briten die Regulatoren wie Wild durchs Unterholz jagen. Ich kann mir vorstellen, dass die Aufnahmen dieser Szenen enorm viel Zeit und Mühe gekostet haben müssen und meiner Meinung nach haben das Kamerateam und die Regie sehr gute Arbeit geleistet.

Bevor es jedoch überhaupt zu dieser Schlacht kommt, versucht Jamie einen Tag zuvor mit allen verbalen Mitteln, Tryon zum Einlenken zu bewegen, denn er erinnert ihn eindringlich daran, dass die britischen Truppen zusammen mit der Miliz mit ihren Kanonen und Musketen nicht einer professionellen Armee gegenüberstehen, sondern dass die Reihen der Regulatoren aus armen, desillusionierten Bauern und Arbeitern bestehen, deren bevorzugte Waffen Mistgabeln und Knüppel sind. Aber Tryon ist taub auf diesem Ohr und er ist auch nicht daran interessiert, was das Beste für seinen Staat und seine ihm anvertrauten Bürger ist, noch möchte er diese Chance des Ruhms durch einen Waffenstillstand vorbeiziehen lassen und lehnt demnach Jamies Vorschlag auf Frieden mit den Regulatoren ab – obwohl es doch Jamies Geburtstag ist und Tryon ihm diesen Wunsch ruhig hätte erfüllen können, damit er ihm nicht einige Tage später diesen hässlichen Redcoat als verspätetes Geschenk unterbreiten muss.

Kurz bevor Tryon das Zeichen zum Angriff gibt, schwört Jamie seine Milizmänner mit diesen Worten ein – “We’re not here to kill our brothers; we’re here to end this. Put the fear of God in them. They’ll retreat. Take prisoners. Save souls and watch for MacKenzie”. Jamie will nicht noch einmal den Kampf eines anderen Mannes kämpfen, schon gar nicht, wenn dieser eigentlich auf der falschen Seite steht und er nur durch einen Vertrag mit dem Teufel zu diesem Kampf gezwungen wird. Auch Jamies Männer sind eigentlich nicht gewillt diese Schlacht zu schlagen, weil viele von ihnen als Highlander noch vor einem Vierteljahrhundert auf derselben Seite wie die Regulatoren heute gekämpft haben – gegen die Tyrannei und die Knechtschaft der Briten und für ein freies Schottland. Tryon muss daher seinen Schießbefehl mehrmals erteilen und Jamie mit einem wütendem “Goddam you! Fire on them or fire on me!” daran erinnern, wem er sich verpflichtet hat. Weil Jamie nicht auf Tryon feuern darf (obwohl Befehl ist doch Befehl, oder?), bleibt ihm nichts andere übrig, als seinen Männern den Schussbefehl zu erteilen.

The Ballade of Roger Mac – Jamies Redcoat
Die nächste Strophe unserer OL-Ballade kann man zusammenfassend so beschreiben – in den Kleidern meines Feindes!
Jamie im Redcoat ist eine Idee, die Sam wohl während der Dreharbeiten zu Staffel 4 hatte und damit an Matt herangetreten ist. Für mich ein phänomenaler Geniestreich, auch wenn es historisch nicht korrekt ist, dass die Befehlshaber der Miliz in britischen Uniformen gekämpft haben, denn diese waren wirklich nur den britischen Soldaten vorbehalten. Jamie im Redcoat ist ein Anblick, der mich mehr als befremdet, aber der emotional viel mehr bei uns Zuschauern auslöst, als es abertausende von Worte machen könnten. Mit einem Unterton in der Stimme, der keinen Widerspruch und keine Ausflüchte zulässt, sagt Tryon
“Please, do me the honor.” und hält Jamie die rote Uniformjacke hin. Dieser schafft es gerade noch unter Aufbietung all seiner Willenskraft, sich nicht auf Tryons Stiefel übergeben zu müssen und ich frage stellvertretend für Jamie, der nicht in der Position ist, diese Frage an den Gouverneur zu stellen, ob Tryon wohl den Verstand verloren hat, denn das ist nicht nur einfach eine Uniformjacke, die aus einem roten Stück Stoff genäht wurde, das ist die Uniform des Feindes, der Jamie, seine Freunde, seinen Clan und tausende von Highlandern in Culloden abgeschlachtet hat. Das ist die Uniform der Männer, die Schottland besetzt haben, die über viele Jahrzehnte die Schotten gedemütigt und unterdrückt haben, die nach Culloden die Highlands gebrandschatz und sowohl das jahrhundertealte Clansystem als auch die Highland-Kultur durch den Disarming und Dress Act zerstört haben. Das ist die Uniform von BJR, der fast Jamies Schwester vergewaltigt hat, der das Gnadengesuch von Brian Fraser für seinen Sohn abgelehnt hat, der Jamie fast zu Tode gepeitscht und dadurch Jamies Vater auf dem Gewissen hat, weil er das mitansehen musste und der Jamie im Wentworth Gefängnis auf abscheulichste Weise gefoltert und vergewaltigt hat. Das ist die Uniform der Menschen, die Jamie nach Culloden gesucht und verfolgt haben, wegen der er sich 7 Jahre lang in einer Höhle verstecken und seine Familie hungern musste, die ihn drei Jahre unter menschenunwürdigen Bedingungen im Ardsmuir Gefängnis eingesperrt haben und die ihn danach nach Amerika deportiert hätten, wenn nicht LJ, der einzige gute Redcoat, dem Jamie bis dato begegnet ist, Schlimmeres verhindert hätte. Diese rote Uniform repräsentiert alles, gegen das Jamie schon sein ganzes Leben kämpft und ich kann seine Wut und Ohnmacht, die ich in seinem Gesicht sehe, so gut nachempfinden, wenn er sich gezwungen sieht, diese verhasste Uniform anzuziehen. Jamie hat sich erstaunlich gut unter Kontrolle, um Tryon seinen Schmerz, die Demütigung, die er empfindet und seinen inneren Kampf nicht zu zeigen. Aber wer genau hinschaut, für den ist offensichtlich, welche Achterbahn der Gefühle Jamie gerade durchlebt, denn Sams Mimik, seine Augen und seine Körperhaltung zeigen all die Emotionen, die Jamie übermannen, wenn er diese Uniform, die eigentlich ja nur ein Stück Stoff ist, aber für ihn so viel mehr bedeutet und genauso verhasst ist, wie sein ärgster Feind BJR, anziehen muss. So, wie Sam sich bewegt und wie er seinen Oberkörper hält, habe ich das Gefühl, dass Jamie dieser Stoff physische Schmerzen bereitet und er diesen Fremdkörper am liebsten auf der Stelle wieder loswerden möchte.

Das Sahnehäubchen in dieser Szene ist Claires Reaktion, wenn sie Jamie in der Uniform der Briten sieht. Sie verharrt für einen kurzen Moment und sagt das, was wir alle denken: “Jesus H. Roosevelt Christ!”. Caits Gesichtsausdruck ist absolut phänomenal und ich bin hin und weg über die Perfektion, mit der es ihr gelingt, Claires Erstaunen, Bedauern und Mitleid binnen weniger Sekunden über ihr Gesicht huschen zu lassen. Claire weiß, dass sie jetzt der eine Mensch ist, den Jamie braucht und in deren Augen und Armen er Verständnis und den so bitter benötigten Trost finden kann.
Und wieder einmal müssen sich die Frasers Lebewohl sagen und wieder einmal muss Claire zusehen, wie Jamie in eine Schlacht zieht. Ich liebe diese kleine Sequenz, in der wir den Abschied von Jamie und Claire vor der Schlacht von Alamance so erleben dürfen, wie Diana ihn in Band 5 beschrieben hat. „Good luck’ will do. ‘I love ye’ does much better. … There will be a day when you and I will part again, but it willna be today.” – und Jamies Worten habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Jamies persönliches Redcoat-Drama findet dann in dieser Folge ein würdiges und befriedigendes Ende. Wenn Jamie vor Schock und Trauer überwältigt aus Claires Lazarettzelt stolpert und die Erkenntnis, dass sein geliebter Patenonkel nicht mehr da ist, sich gerade in seinem Innersten breit macht, läuft er direkt einem triumphierenden Tryon in die Arme, der mit ihm seinen Sieg über die Regulatoren feiern möchte. Diese Begegnung ist wirklich die und das Letzte, das Jamie in dieser Situation braucht und ich habe schon wieder Hochachtung vor seiner immensen Willenskraft, die ihn davon abhält, den Gouverneur an Ort und Stelle nicht grün und blau zu schlagen. Was Jamie dann zu Tryon sagt, kommt fast wörtlich aus dem Buch, und ich liebe die Art und Weise, wie Sam “The slaughter of innocent men is no cause to celebrate.” sagt – diese Worte spuckt  Tryoern förmlich vor seine Stiefel und dann sagt er ihm, was er von ihm und den Methoden, mit denen er den Kampf gewonnen hat, wirklich hält. Selbst wenn es später so geschrieben steht, dass Tryon die Rebellion niedergeschlagen hat, wissen sie beide und alle Männer, die sowohl für die eine, als auch für die andere Seite gekämpft haben, was wirklich passiert ist – “there is the law and there is what is done.” ! Jamie ist wütend auf Tryon, der ihn durch den Vertrag mit dem Teufel zu diesem Kampf gezwungen hat, er ist wütend auf die Briten, die seinen Patenonkel durch ihr Fehlverhalten, ihre Ausbeuterei und durch ihre korrupten Staatsdiener auf die Seite der Regulatoren gezwungen haben und er ist wütend über dieses sinnlose Blutvergießen, das auch das Leben eines geliebten Familienmitglieds gekostet hat. Jamie hat seine Schuld an Tryon und der Krone beglichen und wir können in Sams Augen lesen, wie hoch der Preis ist, den Jamie an diesem Tag für seine 10.000 Morgan Land, für ein Leben als “Laird” von FR, für den Schutz seiner Familie und das Wohl seiner Pächter bezahlt hat. Ich glaube, wenn er das damals hätte kommen sehen, dann wäre er den “Pakt mit dem Teufel” niemals eingegangen und hätte seinen Traum von einem eigenen Stück Land, von einem Stück Heimat für sich und Claire gerne ungeträumt gelassen, denn nichts ist so wertvoll, dass es Jamie gegen das Leben seines Patenonkels eingetauscht hätte, wenn er hätte wählen können.  “My debt is paid and I’m finished with my obligation to you — and to the Crown. You  may have yer coat back, sir.”  – so schmerzhaft es auch gewesen ist, Jamie im Redcoat zu sehen, so sehr ist es dieser Moment wert, wenn Jamie die rote Uniform, die stellvertretend als Symbol für all das steht, was ihm verhasst ist und was er an den Briten verabscheut, Tryon vor die Füße wirft. Wir werden in diesem Moment Zeuge, wie Jamie Fraser das Niemals-mehr-werde-ich-kämpfen – Versprechen, das er sich nach Culloden gegeben hat, über Bord wirft und zum Anhänger der kommenden amerikanischen Revolution wird. Jamie wird wieder kämpfen, aber niemals wieder auf der Seite der Briten!

The Ballade of Roger Mac – Claires Abschied 
Eine der herzerweichendsten Strophen in dieser Ballade ist der Moment, in dem Claire von Murtagh Abschied nimmt. Solange Jamie im Zelt ist und den Tod seines Patenonkels nur langsam wahrhaben kann, muss sie stark sein und darf ihre Trauer und ihren Schmerz nicht zulassen, denn Jamie braucht sie jetzt als Fels in der Brandung, der für ihn ein bisschen den Tornado, der gerade über ihn hinweg fegt, abfängt. So nutzt Claire den Moment, wenn sie dann mit Murtagh allein ist, um sich in gebührender Weise von dem Mann zu verabschieden, dem sie so viel zu verdanken hat. Denn was wäre gewesen, wenn sie Murtagh damals nicht im Wald gefunden und vor BJR gerettet hätte und sie dann zu Dougal und den Jungs in der Hütte gebracht hätte, wo sie Jamie das erste Mal begegnet ist. Wäre Murtagh damals nicht gewesen, dann wäre Claires erste Reise durch die Zeit höchstwahrscheinlich ganz anders verlaufen und sie wäre ihrem Seelenverwandten vielleicht niemals begegnet. Claire berührt sanft Murtagh Wange und streichelt sein blasses, lebloses Gesicht so zärtlich, dass man meint, sie hätte Angst ihn zu zerbrechen und mit den Worten “Murtagh. My friend.” verabschiedet sie sich von ihm. Nicht nur Jamie hat heute ein Familienmitglied verloren, sondern auch Claire betrauert den Verlust ihres treuen Freundes und Weggefährten, mit dem sie zusammen schwere Zeiten durchgemacht hat, vor allem, als sie gemeinsam auf der Suche  nach Jamie Schottland durchquert und Jamie zusammen aus Wentworth gerettet haben. Bevor Claire Murtagh zudeckt, nimmt sie seine Luckenbrooth Brosche und das Stück Fraser Tartan, das ihn all die Jahre seit Culloden begleitet hat, an sich, um es wie einen kostbaren Schatz als Andenken an diesen wunderbaren, aufrichtigen, herzensguten, gütigen und aufopferungsvollen Mann zu behalten.

The Ballade of Roger Mac – Murtagh Fitzgibbons Fraser
Diese Strophe in dieser Ballade ist eine Fortsetzung der vorangegangenen und befasst sich mit dem Preis, den Jamie für seinen Traum von einem eigenen Stück Land, auf dem er sich mit Claire niederlassen kann, bezahlen muss.
Ich hatte es es ja schon in einer meiner Reviews von Folge 501 angedeutet, dass ich vermute, dass Murtagh während der Schlacht von Alamance sterben wird. Selten, dass ich mit meinem Fernseher spreche, aber ich konnte mir ein „Nein, bitte nicht“ nicht verkneifen, wenn Murtagh von der Gewehrkugel getroffen wird. Sam und Duncan sind in dieser Szene großartig und ihrem Zusammenspiel zu zuschauen ist eine bittersüße Erfahrung, denn wir werden sie nie wieder so sehen können. Jamie legt seinen angeschossenen Patenonkel sanft auf den Boden und versucht, durch Druck auf seine Bauchwunde, das Blut zu stoppen, aber es ist eindeutig zwecklos, denn die Blutung ist zu stark und die Verletzungen sind zu schwer. “I released ye from yer oath… ye had no cause to save me. You should ha’ done as I asked…” sagt Jamie zum sterbenden Murtagh, der darauf antwortet “I would never betray yer mother, no matter who asked.” Er lächelt und berührt liebevoll Jamies Wange, wie er es schon tausendmal zuvor getan hat, als Jamie noch ein kleiner Junge gewesen ist. “Dinna be afraid, a bhalaich… it doesna hurt a bit to die.” – das sind die letzten Worte unseres geliebten Murtagh Fitzgibbons Fraser. “Murtagh. Murtagh.” murmelt Jamie und erst sieht es so aus, als ob er akzeptiert, dass sein Patenonkel in seiner Pflichterfüllung ihn zu beschützen, tödlich verwundet wurde. Doch dann huscht eine Idee über Jamies Gesicht, er ruft “Help me. Help me. Help me NOW!” und sein verzweifelter Hilferuf bricht mir das Herz. “We`ll will take ye to Claire. She ken what to do. All will be well” sagt Jamie zu seinem Patenonkel, wenn er diesen zusammen mit Myers zu Claire bringt. Der Blick in Myers Gesicht macht auch mein letztes Fünkchen Hoffnung zunichte, das ich in Claire gesetzt habe, denn er weiß, was Jamie und ich nicht wahrhaben wollen –  Murtagh weilt nicht mehr unter uns. 

Und was dann in Claires Lazarett-Zelt passiert, ist einer der herzzerreißendsten Dialoge, die ich jemals in OL oder sonst wo gehört habe.
“Claire! Save him!” sagt Jamie und legt mit Hilfe von Myers Murtaghs Körper auf einen Untersuchungstisch. “What do you need? What is it?” fragt er aufgeregt und reicht ihr im blinden Aktionismus eine Medizintasche und andere Utensilien aus einem Regal. “Do what you must. Heal him” und der Blick auf Briannas Gesicht, die verzweifelt ihre Mutter anschaut, weil sie weiß, dass irgendjemand ihrem Vater sagen muss, dass niemand auf dieser Welt noch etwas für seinen Patenonkel tun kann, ist schwer zu ertragen. Eindringlich schaut Jamie Claire an, die mit Tränen in den Augen ihren Kopf schüttelt – “I’m so sorry… he’s gone.”  Aber ein „Nein“ kann und darf Jamie nicht akzeptieren und wie ein verunsichertes ängstliches Kind fleht er Claire an “He canna be. He canna. Do something”. Was kann sie tun? Auch wenn sie viele Menschen mit ihrem Können und Wissen aus dem 20. Jahrhundert gerettet hat, sie kann keine Tote zum Leben erwecken. Jamie fährt seine Frau wütend mit den Worten “Save him.” an und das Ausmaß seiner Verzweiflung ist grenzenlos. Claire, die wegen Jamies harschen Tons vor Schreck zusammenzuckt (hat er sie eigentlich jemals so angeblafft?), kann nicht machen. Jamies verzweifeltes “I dinna release ye from yer oath. Ye canna leave me. I take it back, I dinna release you from your vow.” zerbricht mein Herz in tausend Stücke. Er schaut seiner Frau ins Gesicht und wenn sie seinen Namen sagt, so voller Mitgefühl und Anteilnahme, denn sie würde alles tun, um das Geschehene ungeschehen zu machen und sie würde alles auf sich nehmen, um Jamie seinen Schmerz abnehmen zu können, kann Jamie die Realität nicht mehr leugnen – sein größter Alptraum ist wahr geworden, sein Patenonkel, der Mann, der seit seinem achten Lebensjahr an seiner Seite gewesen ist, sein Beschützer, sein langjährigster und bester Freund ist tot! Der Schmerz, der über Jamie wie eine Monsterwelle hereinbricht, ist für ihn unerträglich, so dass er einen Moment für sich braucht und Claire den Rücken zudreht und das Zelt verlässt. Murtagh war das letzte Bindeglied, das Jamie mit seinem alten Leben als stolzer Highlander und seinem Clan verbunden hat und jetzt hat er mit seinem Tod nicht nur einen der wichtigsten Menschen in seinem Leben, seine stete Konstante, für immer verloren, sondern auch seine letzte Verbindung nach Hause.

Murtagh über Culloden hinaus am Leben zu erhalten, war meiner Meinung nach einer der besten Entscheidungen, die die Serienverantwortlichen getroffen haben. Ich weiß, dass viele BL so ihre Schwierigkeiten damit haben, aber für mich war es eine fantastische Reise und ich bin sehr dankbar, dass mich OL daran hat teilhaben lassen. Was war ich erleichtert, dass Jamie in seiner Zeit in Ardsmuir ihn als treuen Begleiter an seiner Seite hatte, den einzigen Menschen, dem er von Claire erzählen konnte. Was habe ich gejubelt, als Young Ian in der Schmiede stand und ich Murtaghs Stimme erkannt habe, noch bevor ich ihn sehen konnte. Was habe ich ihn bewundert, dass er mit seinem Engagement für die Sache der Regulatoren seinen Berufung gefunden hat. Was habe ich an Freudentränen vergossen, als sich Jamie und Murtagh nach mehr als zwanzig wieder in den Armen lagen und wie habe ich es genossen, wenn Murtagh am Tisch der Frasers am Familienleben teilhaben konnte. Wie bin ich vor Rührung dahingeschmolzen, als sich Murtagh und Jocasta in ihren besten Jahren gefunden und wir OL-Fans diese Verbindung zu einem Murcasta vereint haben. Was habe ich mit Jamie gelitten, als er seinen Patenonkel aus seinem Eid entlässt, damit dieser sein Leben retten kann. Und wie habe ich am Ende geweint, wenn Murtagh in Ausübung seiner letzten Pflicht seinen Patensohn mit seinem Leben beschützt und er schlussendlich und schweren Herzens seinen verdienten Culloden-Tod sterben darf. Ob nun in Schottland oder in Amerika, es ist das perfekte Ende für diesen treu ergebenen, herzensguten, familienliebenden und hilfsbereiten Menschen, der erst durch Duncans Talent zu diesem liebenswerten Charakter geworden ist, den ich schmerzlich vermissen werde.

Wenn ich Jamie nach seinem Disput mit Tryon alleine an der Feuerstelle knien sehe, wie er seine Hände anstarrt, die rot vom Blut seines Patenonkels sind und er nicht weiß, wohin mit sich und seiner Trauer, dann würde ich so gerne in den Fernseher springen und ihn einfach nur in den Arm nehmen, um ihn zu trösten. Es bricht mir wirklich das Herz Jamie so tief in den Grundfesten seines Seins erschüttert zu sehen. Was hat dieser Mann nicht schon alles ertragen und miterleben müssen. Das, was Jocasta letzte Woche noch zu Murtagh gesagt hat, trifft auch auf Jamie zu – „A MacKenzie would survive“! Aber Jamie hat keine Zeit, sich seiner Trauer hinzugeben, denn er sieht seine Tochter, die den Wald von Alamance anstarrt, als ob sie ihn nur durch die Kraft ihres Willens dazu bringen kann, ihren Roger auszuspucken. Mit einem leichten Kopfnicken gibt Jamie ihr zu verstehen, dass er verstanden hat, dass erst einmal die Suche nach Roger Priorität haben muss. Es wird für Jamie eine Zeit geben, um zu trauern, aber nicht jetzt, nicht hier und nicht solange ein Mitglied seiner Familie vermisst wird. Seine eigenen Ansprüche hinten anstellend macht er sich mit seinen Männern, Brianna und Claire auf die Suche nach Roger, mit der Hoffnung im Herzen, heute nicht noch ein weiteres Familienmitglied zu Grabe tragen zu müssen.

The Ballade of Roger Mac – Roger Mac
Eine Ballade wäre keine Ballade, wenn sie nicht ein tragisches Ende hätte und so folgt auf den Tod von Murtagh ein weiteres Drama im OL-Universum, aber bis zu diesem Punkt gibt es in der Strophe von Roger Mac viel zu erzählen.
Wenn ich zu Beginn Rogers „Clementine“ höre, das er für seinen Sohn Jemmy singt, zieht sich in mir alles zusammen, denn als BL weiß ich, dass es das letzte Mal sein wird, dass wir Roger singen hören.

Nachdem sich die MacKenzies in Hillsborough verabschiedet haben – und übrigens finde ich, dass sich ihr Abschied nicht vor dem von Brees Eltern verstecken muss – trifft Brianna im Camp von Tryons ein, um ihre Eltern und Roger zu informieren, dass die Regulatoren diesen Kampf verlieren werden. Jamies erster Gedanke gilt sofort Murtagh und er überlegt, ob er ihn überzeugen könnte, den Kampf aufzugeben, wenn ihm jemand versichern würde, dass dieser hoffnungslos ist. “I’ll deliver the message to Murtagh.” bietet sich Roger zu meiner Überraschung an, denn im Buch ergreift er nicht selber die Initiative, sondern Jamies schickt ihn zu den Regulatoren. Ich kann mit dieser Änderung aber sehr gut leben, da Roger in der letzten Folge durch seinen Sieg über die biblische Plage genug Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten gewonnen hat, dass ich ihm diese mutige Entscheidung durchaus zutraue. Auch wenn er seine Gesundheit und vielleicht sogar sein Leben aufs Spiel setzt (welche Ironie, wenn ich das an dieser Stelle schreibe, wissend, was noch kommen wird), ist er der beste Mann für diese Aufgabe und er verschwendet nicht einen Gedanken daran, was er riskiert oder ob Jamie mit seiner Idee einverstanden ist. Ich wusste doch, dass auch in der Serie der Tag kommen wird, an dem Roger Mac seinen Schwiegervater beeindrucken kann.

Roger trifft auf der Seite der Regulatoren auf Murtagh und versucht ihn in zwei Szenen zu überreden, dass er als Anführer der Regulatoren aufgeben und sich und seine Männer in Sicherheit bringen und den Kampf auf einen anderen Zeitpunkt verschieben soll, nämlich dann, wenn die amerikanische Revolution losgeht und dann alle auf derselben Seite kämpfen können. Aber Murtagh lehnt ab, weil seine Männer keine Zeit haben, um zu warten, denn er sagt  „Do you ken how long a few years is to men who’ve lost everything?“.
Roger kämpft verbal wie ein Löwe, um seine Mission, den Patenonkel seines Schwiegervaters und dessen Männer zu retten, zu erfüllen, denn sie haben keine Chance, diesen Kampf gegen die stark bewaffneten Briten zu gewinnen. “For the sake of the love your godson bears you.“ fleht er Murtagh an, denn das ist kein Kampf Mistgabel gegen Mistgabel, Bauer gegen Bauer, sondern schlecht bewaffneter Farmer gegen eine professionelle Armee mit Schusswaffen und Kanonen.

Ich erkenne in all den Worten den hilfsbereiten und mitfühlenden Mann, den ich aus den Büchern kenne und verehre wieder und es ist leider dieselbe fürsorgliche und gutherzige Natur, die wir alle so an Roger lieben, die ihm auf dem Rückweg seiner gescheiterten Mission in sehr große Schwierigkeiten bringt. Vor überschwänglicher Freude, dass er hier im Wald von Alamance seine zigfache Urgroßmutter Morag McKenzie, nach all der Zeit, seit ihrer Begegnung auf der Gloriana in Folge 407, zufällig trifft, und vor aufkommender Nervosität vor der bevorstehenden Schlacht, vergisst Roger die geltenden Regeln der Zeit, in der er sich befindet und umarmt Morag herzlich. Nur eine Umarmung – was in Rogers und unserer Zeit einfach eine gängige Geste ist, wenn man jemandem seine Zuneigung zeigen möchte (vorausgesetzt es ist kein Coronavirus unterwegs),  ist im 18. Jahrhundert ein absolutes No-Go und Roger kann seine unschuldige Umarmung Buck MacKenzie gegenüber nicht erklären. Und so wird er in letzter Konsequenz von seinem zigfachen Ur-Großvater für das Umarmen seiner zigfachen Ur-Großmutter an den Galgen gebracht -was für eine Ironie!

Am Ende der Folge betreten die Frasers  auf ihrer Suche nach eben diesem eine Lichtung und ohne Vorwarnung sehen wir dort einen großen Baum, von dem drei Menschen im wahrsten Sinne des Wortes hängen. Die Männer haben alle einen Sack über den Kopf gestülpt, so dass wir nicht ihre Gesichter sehen können, aber Jamie entdeckt das weiße Taschentuch, dass er Roger vor seine Mission für den Notfall als weiße Flagge mitgegeben hat. Mir hat es sehr gut gefallen, dass Jamie, Claire und Brianna bei diesem Anblick zur Salzsäule erstarren und ich finde die Buchszene aus Kapitel 69 fast wortgetreu auf meinem Fernseher wieder:

“Stattdessen sah ich Brianna an; ihre Miene war weiß und vollkommen reglos, jeder Knochen und jede Sehne wie im Tod erstarrt. Jamies Gesicht sah nicht anders aus, doch während Briannas Augen vor Entsetzen ausdruckslos waren, brannten die seinen wie schwarze, verkohlte Löcher in seinem Schädelknochen. Er blieb einen Moment vor Roger stehen, dann bekreuzigte er sich und sagte ganz leise etwas auf Gälisch. Er zog den Dolch an seiner Seite. »Ich halte ihn fest. Schneide du ihn ab.« Jamie reichte Brianna das Messer, ohne sie anzusehen. Dann trat er vor, fasste den Körper um die Hüfte und hob ihn ein wenig an, um den Zug von dem Seil zu nehmen.”

(aus „Das flammende Kreuz“ by Diana Gabaldon, Kapitel 69 “Ein schrecklicher Notfall”) 

Jamie erwacht als erster aus seiner Schockstarre und er muss sich stählen, um das zu tun, was er jetzt tun muss – seinen Schwiegersohn, den Mann seiner Tochter und Vater seines Enkelsohnes, von dem Strick schneiden, der ihm vermeintlich das Leben gekostet hat. Nicht nur, dass er nur kurze Zeit vorher seinen Patenonkel verloren hat, er hat auch seinen Schwiegersohn quasi in sein Verderben geschickt, weil sich Roger mit seiner Erlaubnis zu den Regulatoren durchgeschlagen hat, um Murtagh zu warnen. Er ist Rogers Colonel und trägt in seinen Augen die Verantwortung für seinen Captain, dem er noch beim “Call of the Clans” in Folge 501 versprochen hat, dass ihm an seiner Seite nichts passieren wird. Aber ein Trost für uns BL hat diese schreckliche Szenen – wir wissen, dass es Roger schaffen wird. Zwar wird er nie wieder der Roger sein, der er vor Alamance gewesen ist, aber er wird es schaffen und das ist die Hauptsache. 


“The world and each day in it is a gift. No matterI what tomorrow may bring, I’m  
grateful to see it.” – ob Jamie das am Ende des Tages, an dem er erst in einer unfairen Schlacht gegen Freunde kämpfen, dann seinen geliebten Patenonkel betrauern und am Schluss seinen gehängten Schwiegersohn vom Seil schneiden musste, auch noch sagen kann? Ich denke, dass trotz allem seine Antwort auf meine Frage ein klares “Ja” sein wird, denn egal, was das Leben für ihn bereithält und wie hart auch das Schicksal zuschlägt, Jamie kann alles ertragen und mit allem umgehen, solange nur Claire an seiner Seite ist, die ihm die Kraft und Zuversicht gibt, die er braucht, um auch solche Tage zu überstehen. Solange seine Seelenverwandte bei ihm ist, wird er für jeden neuen Tag dankbar sein, möge er noch so tragisch und schmerzvoll sein, denn er darf das Leben leben, das er sich zwanzig Jahre tagein und tagaus erträumt hat und für ihn ist jeder Tag, an dem er das Wunder erlebt, abends in Claires Armen einzuschlafen und morgens neben ihr aufzuwachen, lebenswert. Jamies Aussage ist meiner Meinung nach eines der essentiellen Dinge, die OL uns lehrt- egal, was das Leben für uns bereit hält und egal vor welche Herausforderungen es uns stellt, wir sollten für jeden Tag, den wir erleben dürfen, dankbar sein und immer versuchen, das Beste daraus zu machen.

Je suis prest!
@ Yvonne Pirch


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